Hiezu kam, -aß Deutschland ein Wahlreich geworden, undbaß nicht mehr wie früher, das ganze Volk wählte, — (so wieKarl noch vom ganzen römischen Wille war zum Kaiser ausgern.-fen worden) — „och die Besten und Größten jeder Grafschaft,(die Schöppen) sondern—blos die sieben größten Krön,"dien-ten des Reichs — die siebev Cur, oder Wahlfürstrn, welche eben-falls erbliche Landesherren geworden.
Diese vertheidiqten nun bei jeder Kaiserwahl ihre bereits er-worbene Rechte und verbrieften sich darüber in der Wahikapiku-lation, die der Kaiser vor seiner Krönung beschwören mußte, undwodurch ihm die Hände so gebunden waren, daß es für ihn mirmö-lich, die ursprüngliche karolingische Einrichtungen des Reichswieder herzustellcn, und die KronbebielttkN zu KtsnbkdikNleu aufLebenszeit zu machen.
§> 3 -
Der Gang, den die Landeshoheit genommen, ist fast knallen Län-dern Deutschlands derselbe gewesen, und wenn man die ümre Ent-wicklungsgeschichte einer Provinz kennt, so kennt man die Ent-wickelungsgeschichte aller.
Ich will die meines Vaterlandes, des Herzogtums Berg,in kurzen Zügen hterhinstellen.
§. 4 -
Zur Zeit des großen Frankcnbundes, den die Völker amNiedcrrhein etwa hundert Jahre nach Christi Geburt und der.Niederlage des VaeuS, gegen den Andrang der Römer schlossen,wohnten im jetzigen Belgischen die Tcnktercr; — einer der viellen germanischen Völkerschaften, so nach alten Sagen, ade vonTcut, dem Erdentspi offenen stammten, und deren Urvater i» frü-hem Jahrhunderten ans Asten, dieser Wiege der Menschheit'scheinen cingewandert zu sryn.
Der Frankcnöund umfaßte das ganze ripuarischb Franken,welches, im Osten, an die Sachsen grenzte so im jetzigen West-falen wohnren tin», >m W-sten bis an die Bataver. Ee umiaßrte den Lanostrich, den jetzt die sechs Regierungsbezirk-', Cieve.Düsseldorf, Cölln, Cvblrnz, Trier tmd Aachen tiimthmesi,
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