S46 Von der Liebe-
11. Zu diesem Frieden mit Gott gelangenwir nicht ohne die Reue der Liebe, welche vonder Reue der Furcht sehr verschieden ist, wie-
Ps.vx, io. wohl diese jener oft den Weg bahnt. Alsdann
<Ar i?7> „ist die Furcht des HErrn der Weisheit Anfang."
12. Durch die Reue der Liebe ward derZöllner gcrechkfertiget, als „er in den Tempel (a)„ging, von ferne stand, seine Augen nicht auf-„hebcn wolte gen Himmel, sondern an seine Brust„schlug und sprach: O Gott, scy mir Sünder gna-„dig!" da hingegen der selbstgerechte Pharisäer,
"ö-14. 'der vor Gott sich seiner Werke rühmte,Ihm mißfiel.
iz. Diese Reue des Vertrauens und derLiebe wird uns gezeigt im Gleichnisse vom ver-lornen Sohn, an dem der Vater mehr Wohlge-fallen hatte als an dem älter«, der sich doch
(2) ,,Jn dm Tempel" das heißt in den langen Borhofdes Tempels, welcher Borhof der Weiber genanntward. Hier pflegten andächtige Bewohner Jerusa-lems dreymal des Tags, oder zwcpmal (zum Brand-opfer des Morgens und des Abends) hinzugehen,und mit dem Gesichte gegen das Gebäude des Tem-pels , in dem das Allcrheiligste war, anzubeten.Wenn die Evangelisten reden von dem was Jesusim Tempel lehrete und that, so muß das von die-sem Borhofe verstanden werden.