Von der Liebe.
211
,,mit Mir." Wollen wir Ihn hören, so können Offenem,wir Seine Stimme vernehmen, und dann müs-sen wir nur horchen. Es gibt eine Zeit der Ge-schäftigkeit, in welcher wir, wie die gottesfürch-tige Martha, arbeiten und wirken sollen, aberdie Zeit des inner« Gebets ist die Zeit des de-mutvollcn, liebevollen Hörens, des Sitzens zuden Füssen Jesu mir der gottseligen Mari.a, unddes Horchens auf Seine Rede. Das ist, wieJesus Selbst sagt, das Eine Nothwendige.Luk.x,Zg-42.
iZ. Zum inner« Gebet ermuntert uns Pau-lus, wenn er sagt: „Erneuet euch im Geiste eu-„res Gemüts!" Denn wie vermöchten wir das, Eph-s. nik,ohne Den Der da spricht: „Siehe, Ich mache„alles neu!"
16. Jeder Uebung kann sich ein Mißbrauchzur Seite stellen. Das innere Gebet ist voneinigen Schwärmern auf eine Weise angepriesenworden, durch welche cs mehr verschrieen alsempfohlen, ja dem Gespötre der Weitlinge, undauch solcher Schriftgclehrten, die das innereLeben nicht kannten, Preis gegeben ward. Esist eine gefährliche Schwärmerey, das Wesen die-ser Uebung darin setzen zu wollen, daß die Seelein eine Art von Entzückung gerathsn solle, in
14