Von der Liebe. soz
9. Darum haben, von jeher, edle, die HobeBestimmung des Menschen erkennende Weisen,sowohl solche die dem natürlichen Lichte nachgin-gen , als die von göttlicher Offenbarung erleuch-tet wurden, die stille Betrachtung empfohlen undgeübet. Einige zogen sich auf Jahre zurück indie Einsamkeit, andre fanden sie auch selbst inStädten mitten im Verkehr mit Menschen, seyes unter schattenden Baumen, oder unter denHallen der Tempel, sey eS im stillen Zimmer.Pythagoras lebte Ein Jahr in einer Höhle, unddas fünfjährige Stillschweigen welches er seinenJüngern auflegte, beweiset sowohl -für seinenErnst als für die folgsame Ehrerbietung seinerJünger, aus deren Schulen Philosophen, Staats-männer und Helden hervorgegangen, die dasganze Alterthum ehrte und bewunderte. VieleStellen aus Platon's und Xenophon's Schriftenzeugen von dem hohen Werthe den der größteder Weisen Griechenlands, Sokrates, auf diestille Betrachtung legte, in welcher er das Lebender Seele, und die Vorbereitung auf ein ewigesLeben sah. Dreymal war Moses, allein mitGott, vierzig Tage und vierzig Nächte, fastendauf dem Sinai, er „mit dem der HErr redete„von Angesichts» Angesicht, wie ein Mann mit ^ ^„seinem Freunde redet." Vierzig Tage und vier- xxxm„i.
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