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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
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202
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S02

Von der Liebe.

4. Wem das Heil seiner Seele nicht gleich«gültig, wer nicht verstrickt in zeitlichen Sorgen,oder nicht hingerissen vom Taumel der Welt,oder nicht entzündet von Leidenschaften, odernicht versunken ist in Lüste, denen er nicht entsa-gen will, oder nicht bethört von eitler After-weisheit, die ihm das Gebet als unnüj vorstellt,sey es daß er nicht an Gott glaube, oder nichtan ewige Vergeltung des Guten und des Bösen,oder daß er glaube, Gott achte nicht auf unserGebet, oder daß er wähne, wir bedürfen derHülfe Gottes nicht, um hier tugendhaft, undjenseit des Grabes selig zu werden; der wirdschwerlich das Gebet ganz unterlassen. Glaubter, mit historischem Glauben, an das Evange-lium , so wird er desto weniger es ganz unter-lassen wollen.

5. Aber der historische Glaube an das Evan-gelium ist noch kein lebendiger Glaube anChri-stum Iesum, Welcher uns ward durch Gott zurWeisheit, und zur Gerechtigkeit, und zur Hei-

,.«sr.r,zo.ligung und zur Erlösung." Ohne diesen leben-digen Glauben bittet man weder mit Demut,noch mit Vertrauen. Wer diesen lebendigenGlauben nicht hat, auf den läßt sich anwendenwas der Apostel sagt:Er bittet, aber er em-2,r. ml, z.pfängt nicht, weil er übel bittet."