Von der Liebe. rzg
schlingende Hofnung, wird durch diesen Vereineine christliche Tugend.
iZ. Der Christ soll mit Vertrauen in Gotttes Erbarmung hoffen; da er aber sich seinerSchwache und öfteren Untreuen bewußt ist, kanndiese Hofnung nicht ohne Furcht seyn, und wenndiese jene massiger, so bewahrt sie dieselbe vorfalscher Sicherheit.
14. Die heilsame, aber noch scheue Furcht,welche das Gewissen zuerst aus dem Todesschlum-mer rief, wird in dem, welchem seine Sündenvergeben worden, immer kindlicher. Zu der voll-kommenen Liebe, von welcher der Jünger denJesus liebte sagt, daß „sie die Furcht austreibe",'gelangen wohl nur wenige, und wir müssen auchwohl die Aeusserung dieses heiligen Apostels, wiedas lateinische Sprüchwort sagt, mit einem Salz-körnchen der Deutung (eurn grano 83 Ü«) neh-men. Die Freudigkeit von welcher Johannesan eben dieser Stelle spricht, darf, im vvll-ko Minnen Christen, wohl nie so verdunkeltwerden, daß nicht sein immer gerechtes Mißtrauenin sich selbst überwogen würde vom freudigenund kindlichen Vertrauen in Gottes, durch Jc-sum Christum uns erworbene Erbarmungen.
.2°h. im,- 8 -