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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
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107
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Von der Liebe.

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16. Der wahre Christ beschöniget nicht,adelt nicht mit glanzenden Namen die bösen Nei-gungen , von deren Herrschaft er, durch dieGnade Gottes, befrcyet ward, deren sich nochäussernde Regungen er, kraft eben dieser Gnade,zu bekämpfen sucht, und je mehr und mehr siecrtödtct. Er wird daher nicht von edlemStolze sprechen, noch von stolzem Selbstgefühl.

Soll er sich rühmen, so will er" wie ein gros-ser Apostel sagt,am liebsten sich seiner Schwä-che rühmen , auf daß die Kraft Christi bey ihmwohne", Der auch zu ihm sagt:Laß dir anMeiner Gnade genügen, denn Meine Kraft-.Kor. xr,

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ist in den Schwachen mächtig."

17. Sehr schön sagt ein erfahrner Wegwei-ser auf dem Pfade des Heils, der gottseligeThomas von Kempen:Den Demütigen schü-tzet und befreyet Gott; den Demütigen liebtEr und tröstet ihn; Er neiget Sich zum De-mütigen hinab; dem Demütigen gewährt Ergrosse Gnade, und nach der Erniedrigung er-hcbt Er ihn zur Herrlichkeit. Dem Demüri-gcn enthüllet Er Seine Geheimnisse, zeucht ihnsanft zu Sich hinan, und ladet ihn ein. Nacherlitner Beschämung ist der Demütige in Ruhe, D-imN-r.weil er auf Gott beruhet, nicht auf der Welt."