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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
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Seite
70
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Von der Liebe.

das ist es, so verborgen auch sein Schrein scynmag, in jedem der nicht Gott liebt — so kön-nen wir unfern Nächsten nicht wahrhaftig lieben.

iz. Da die Erkenntniß des Guten und desBösen, wiewohl umnebelt, uns beywohnt, sohaben wir ein Gefühl, von der Ungerechtigkeitund Schlechtst unsrer selbstsüchtigen Eigenlie-be , und schämen uns ihrer. Diese Schamstört uns in der Verehrung unsere Ich. Wirsuchen ihr durch Selbsttäuschung auszuweichen.

14. Der in groben Lüsten der Herrschsucht,der Habsucht, der Unkeuschheit, des Trunks,des Spiels versunkne Mensch, fühlt nicht mehrdas Bedürfniß der Selbstachtung; Er stöhntseiner herrschenden Leidenschaft, welche nurdurch Furcht vor andern Menschen, oder vorUnmässigkeit die den Genuß zerstört, in Schran-ken gehalten wird.

iZ» Zwischen solchen groben Knechten ihrerLüste, und den zartesten Seelen unter denen dieder Selbstachtung bedürfen, gibt es viele Abstu-fungen, daher auch zwischen den Täuschungenmit welchen sie sich blenden. Der grobe Lüst-ling glaubt die Verführte zu lieben, er freuet