Zehnte Tafel.
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Plan der Gegend um Stannern in Mähren,
in der sich, am 22- May 1808, jener merkwürdige Steinfall ereignete (i), von welchem viele der ausgezeichnetsten
Steine hier beschrieben und dargesiellt worden sind.
erstreckt sich dieser Plan (2) über eine Gegend von 4, Meilen in der Länge (von dem Marktflecken Schelletauin S. bis zur Kreisstadt Jglau in N.), und auf 2 Meilen in der größten Breite (von den Landstadtchen Tel schund Trisch in W. bis zum Dorfe Pirnitz in O.), durch welche die mährisch-böhmische Poststraße, beynahe in ge-rader Richtung von S. nach N., durch den Marktflecken Stannern zieht, der ziemlich im Mittelpunkte dieses Flä-chenraumes (in einer Entfernung von 20 Meilen N. W. von Wien, 22 S. O. von Prag, und 13 N. W. vonBrünn) liegt.
Es sind in demselben nicht nur alle innerhalb dieses Umkreises befindlichen Ortschaften in ihrer gehörigen Lage auf-geführt, Hügel und Thäler, Gehölze, Waldungen, Accker und Wiesen, Bäche und Teiche, Wege und Fußsteige nachderen verhältnißmaßiger Ausdehnung angedeutet, sondern auch die einzelnen Stellen, wo Steine aufgefunden oder imNiederfallen mit Verläßlichkeit beobachtet (z), und wo sie von den Findern oder Beobachtern auf dem Platze selbst an-gegeben worden waren, mit möglichster Genauigkeit durch Puncte und fortlaufende Zahlen bezeichnet. Letztere beziehensich auf eine dem Plane beygefügte Tabelle, welche die Nahmen der Deponenten nach ihren Wohnorten und in der-Ordnung, nach welcher die ämtliche Verhandlung ihrer Vernehmung gepflogen wurde, und das Gewicht der einzelnenSteine, welches theils nach wirklicher Abwiegung, theils nach einer beyläufigen Abschätzung bestimmt worden war, angibt.
Bezeichnet man die Granzen des von Steinen wirklich befallenen Flächenraumes nach den äußersten Puncten oderden entferntesten FallSsrellen (wie dieß auf der Karte durch eine punctirte Linie geschehen ist); so erhält man ein ellip-tisches Feld ( 4 ), das ziemlich das Mittel jener Gegend einnimmt, den Marktflecken Stannern beynahe zum Mittcl-
(r) Umständliche Nachrichten davon — die --- -- r-t- .... r-a.-"— nach dem Ereignisse an s-mein-
schaftlich mi«- - Ls i d m an n stä tt e n und unter Mitwirkung des k. k. «reisamteö zu Jglau von mir vorgenom-
menen förmlichen und wissenschaftlichen Untersuchung—-finden sich in Gilbert's Annalen der Physik, Bd. 2y, Jahrg. 1608.Leider wurde die Fortsetzung derselben — zu welcher die nicht genug anzurühmende Betriebsamkeit jener Landesbehörde, undinsbesondere die, Key dieser Gelegenheit gar sehr in Anspruch genommene, zum Glück durch das eigene Interesse für den an-ziehenden Gegenstand lebhaft angeregte persönliche Aufmerksamkeit von Seite des Herrn Kreishauptmannes, Gubernialrathesv. Hufi, Materialien zu Genüge geliefert hatten (indem noch im Laufe desselben Jahres eine zwey Mahl wiederhohlte Durch-suchung des Flächenraumes nach den etwa verborgen liegenden und die sorgfältigste Nachforschung über die bereits aufgcfunde-nen Steine, eine eben so oftmahlige ämtliche Einberufung und Vernehmung aller Finder und Beobachter von solchen , und endlich,gemeinschaftlich mit den angränzenden Kreisämtern, sehr umständliche Nachforschungen über die Ausdehnung und Gränzeneiniger, die Begebenheit begleitender, merkwürdiger Nebenerscheinungen vorgenommen und die Resultate davon bereits einge-sendet worden waren) — so wie die Bekanntmachung vieler dahin Bezug habender Untersuchungen, Arbeiten und Versuche(als Fortsetzung jener, welche bereits im 3 r.Bande desselben Werkes angefangen wurde), durch die ungünstigen Zeitumstände— den Ausbruch des Krieges von r8og — unterbrochen, und durch deren lange Fortdauer und Folgen zuletzt ganz unterblei-ben gemacht.
(2) Es wurde dieser Plan, auf Anordnung der betreffenden hohen Landesstelle, nach den mitgetheilten Anforderungen durch denLandes-Ingenieur Herrn v. Bern iere im Frühjahre 180g vor Bestellung der Gründe und nachdem alle oben erwähntenUntersuchungen und Nachforschungen bereits vollendet waren, unter Leitung des k. k. Kreisamtes und mit Zuziehung der
7 - Ortsobrigkeiten und aller jener Individuen, welche Steine aufgefunden oder im Niederfallen beobachtet hatten, an Ort undStelle ausgenommen, und nach einem willkührlichen aber bestimmten Mafistabe — welcher zur gegenwärtigen Copie genauauf die Hälfte reducirt wurde — ausgefertiget.
( 3 ) Solcher, bloß im Niederfallen beobachteter unk nicht wirklich aufgefundener Steine, sind in diese Tabelle eigentlich nur zweyausgenommen worden; nöHmlich die beyden unter Nr. 3 o und 42 im Plane angedcuteten, welche in den einen bey Stannerngelegenen Teich fallen gesehen und gehört wurden.
( 4 ) In der Voraussetzung — dw übrigens alle Wahrscheinlichkeit für sich hat — daß die niederfallenden Steine Trümmer oderBruchstücke einer Masse (des Meteors oder einer, bey solchen Ereignissen gewöhnlich — wie auch bey diesem — beobachteten,so genannten Feuerkugel) sind, welche, in Folge wiederhohlter Zersprengung oderZerplatzung letzterer während ihres mehr oderweniger horizontalen oder vielmehr (weil sie selbst im Niederfallen ist) parabolischen Zuges durch unsere Atmosphäre, von ihr
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