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Vierte Tafel.
Stannern.
<H^er größte (i) von den bep Stannern in Mähren, am 22. Map 1808, Morgens gegen 6 Uhr, gefallenenSteinen ( 2 ), welcher ganz erhalten wurde.
Es ward derselbe erst gegen Ende des Monaths Julius jenes Jahres, also zwei) Monathe nach dem Ereignisse,indem er in ein Kornfeld gefallen war und da verborgen blieb, von Katharina Panser und ihrem Manne, einemTaglöhner von Neu sti ft, im Beyfeyn noch einiger Arbeitsleute, auf dem Felde des Neustifter Bauers, JacobAchatzi, N. N. O. vom Markte Stannern, und zwar bep Z000 Klafter von der Kirche, fast am äußersten Ende(kaum 250 Klafter vom äußersten Puncte, wo noch ein Stein gefallen war) des befallenen Flächenraums gegen N.(Situations-Plan Nr. 5s)), zufällig während des Kornschneidens aufgefunden.
Er steckte fest in der Erde, und nur eine Ecke desselben ragte hervor, welche die Aufmerksamkeit des Taglohner-weibes auf sich zog, indem es das geschnittene Korn zusammenraffte und in Garben band. Die Erde war sehr trocken,-und fest, und der Mann hatte Muhe, den Stein heraus zu bringen. Im Herausheben brach die in der Erde steckengebliebene Spitze, oder vielmehr die eine obere Ecke ab. Das Gewicht desselben ward beyläufig auf g ^ Pfund ge-schätzt, wie cs sich auch im Plane angegeben findet; der Stein wiegt aber wirklich 11 Pfund und 10 Loth WienerCommercial - Gewicht.
Außer einigen feinen und seichten Rissen, und hie und da etwas abgeschlagenen Kanten und Ecken, ist derselbevollkommen ganz und durchaus mit Rinde bedeckt.
(1) Außer einem, von Joseph Wurschy von Neustift, in derselben Gegend, in einem Wäldchen, etwa 2600 Klafter nördlich
von der Kirche von Stannern, gefundenen Steine (Nr. b» des Planes), welcher i 3 Pfund gewogen haben soll, aber inkleine Stücke zerschlagen wurde, ließ sich, trotz allen mittel- und unmittelbaren lang fortgesetzten Nachforschungen, kein ähn-licher an Größe weiter Nachweisen. Die nächsten an Gewicht waren schon Steine zwischen 3 und 5 Pfund, und deren möch-ten wohl kaum mehr als jene b bis 7 gefallen und aufgefunden worden seyn, welche der Plan nachweiset.
(2) Obgleich dieser Steinfall gerade keiner von den bedeutendsten war, indem nach den genauesten Nachforschungen, die wohl beykeiner Begebenheit der Art so umständlich und fortgesetzt angestellt wurden, kaum mehr als roo Steine zu einem Gesammtge-wicht von höchstens i5o Pfund gefallen seyn dürften; so sind doch die Belege davon eben so, und beynahe allgemeiner noch,wenigstens zweckmäßiger, verbreitet, als jene vom Steinregen zu L'Aigle, der doch in jeder Beziehung zwanzig bis dreyßigMahl ergiebiger war. Man hat dies; den Einleitungen zu verdanken, welche bcy diesem Ereignisse zur gehörigen Untersuchangdes Factums, zum Einsammeln, und dann zu einer zweckmäßigen (unentgeldlichen > Vertheilung der entbehrlichen Stein- undBruchstücke an die bekanntesten öffentlichen Sammlungen, und an die vorzüglichsten Privat-Sammler und Schriftsteller auSdieser Partie in ganz Europa, gen offen worden sind, »nd -s ,v<l're wohl sehr zu wünschen, daß von den Regierungen allerStaaten bey ähnlichen Ereignissen auf gleiche Art verfahren werden möchte. Auf diese Weise könnte sehr leicht eine ähnliche(gewiß sehr wichtige, und wie wir überzeugt zu seyn glauben, in der Folge sicher noch zu sehr bedeutenden Aufschlüssen füh-rende) Zusammenstellung der Products (der ausgezeichnetsten, und in irgend einer Beziehung merkwürdigen Steine und Bruch-stücke) eines jeden vorfallenden Ereignisses der Art, an einen bestimmten, zweckmäßigen Platz (an irgmd einer öffentlichenwissenschaftlichen Anstalt im Staate), und eine ähnliche Verbreitung und Vertheilüng der entbehrlichen Stücke an andere ähn-liche Plätze (öffentliche Museen und Privat-Sammlungen) — womit einerseits die nicht minder wichtige und nothwendige,größtmöglichste und vollständigste Zusammenstellung solcher Products von verschiedenen Ereignissen, an verschiedenen Orten,und zur ausgebrcitetsten Benutzung, andererseits eine sichere und dauernde Aufbewahrung derselben für Mit- und Nachwelterzielt würde — bewirkt, und damit am meisten zur seinerzeitigen Aufklärung dieser, in so vielfachen Beziehungen rathselhaf-ten, Naturerscheinung beygetragen werden. Der bisherigen Vernachlässigung solcher Maßregeln ist es zuzuschreiben, daß wirvon achtzig bis hundert Tausend ähnlichen Ereignissen, die sich, nach einein höchst wahrscheinliche» Calcul, seit unserer Zeitrech-nung bloß in Europa zugetragen haben möchten, kaum von einem Hundert derselben hinlänglich beglaubigte Nachrichten, und vondiesem kaum von drey und dreyßig (und diese beynahe ausschließlich von Ereignissen aus der neuesten Zeit, von den letzten 70Jahren) nachweisbare, materielle Belege besitzen, und daß wir, nach Jahrtausenden, jetzt in diesem Jahrhunderte erst, nichtnur die ersten Schritte zur Aufklärung zu machen, sondern selbst noch den Unglauben an die Realität dieser eben so auffallen-den als wunderbaren Phänomene, die sich seit Menschengedcnken, und keinesweges so selten, auf unterem Planeten ereignetenund immerfort ereignen, zu bekämpfen haben.