Druckschrift 
Beyträge zur Geschichte und Kenntniß meteorischer Stein- und Metall-Massen, und der Erscheinungen, welche deren Niederfallen zu begleiten pflegen
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

Eben so, wie diese Lamellen, zeigen sich auch die Schraffirungsleisten, in den Streifen sowohl als auf den Figu-ren _ wie sie denn auch in der That und in jeder Beziehung ähnliche Einfassungsleisten, obgleich im mikroskopisch Klei-

nen, vorstellen nur etwas weniges minder erhaben zumahl die auf den Figuren als die feinsten indem sie,vermöge ihrer Zartheit, doch etwas mehr von der Säure angegriffen worden zu seyn scheinen.

Auf der Oberfläche der noch rückständigen Streifen-Substanz, oder wo diese ganz auögeätzt ist, auf dem Bodender Streifen - Canäle, finden sich hie und da Körner oder kleine Massen von jener, bereits früher bemerkten, bröcklig-körnigen Substanz, fest aufsitzend oder gleichsam eingewachsen, und zwar thcils eben so erhaben wie die Leisten, theilstiefer, theils ganz tief, je nachdem sie ursprünglich seichter oder tiefer in der Streifen-Substanz cingeschloffcn waren,und je nachdem diese mehr oder weniger ausgeätzt wurde (i).

Die Zwischenfelder oder Figuren erscheinen auch nach dieser starken Aetzung nur wenig minder erhaben als die Lei-sten , haben aber, abgesehen von der Schraffirung, einiger Maßen ihr Ansehen verändert, und ihre Oberfläche zeigtsich nun eisenschwarz, rauh wie bestaubt, und zum Theil äußerst zart und verworren, unvollkommen faserig (beynahs.wie feine ausgebrannte Steinkohlen, eox) und matt, mit einem licht eisengrauen Schimmer.

Die Beschaffenheit des solcher Gestalt durch Aetzung zum Vorschein gebrachten Gefüges dieser Massen, die ver-schiedene Art der Absonderung, Lagerung und Gestaltung, und das verschiedenartige äußere Ansehen der dasselbe con-struirenden Theile, lassen demnach eine vier- und zum Theil fünffache Verschiedenheit der Substanzen erkennen und un-terscheiden ; nähmlich: jene der am meisten von der Säure angegriffenen Streifen, die der etwas minder angegriffenenZwischenfelder, und die der am wenigsten angegriffenen Einfassungs- und Schraffirungsleisten; ferner jene der mecha-nisch eingcmcngten, bröcklig-körnigen, ebenfalls nur sehr wenig angegriffenen, und endlich die der letztem am näch-sten verwandt scheinenden der auf ähnliche Art und gleichsam eingekeilt vvrkommcndcn, auch nur wenig angegriffe-nen , rundlichen Massen. Und diese Verschiedenheit spricht sich auch noch durch andere physische Merkmahle, insbeson-dere durch die Härte aus (2). Die Substanz der Streifen zeigt sich nähmlich (mit einer Stahlnadel geritzt, selbst nurstark gedrückt) am weichsten (beynahe so weich wie Bley) und am geschmeidigsten, und gibt einen noch lichtem undetwas glänzenderen Strich; jene der glatten (nicht schrassirten) Felder zeigt sich, obgleich nur wenig, doch hinlänglichmerklich härter, und gibt einen ähnlichen, zinkgrauen, mehr oder weniger ins Silberweiße fallenden, doch aber mindersichten und minder glänzenden Strich, der ein dunkelgraueS Pulver abscheidet, welches wie ein Anflug die Oberflächebedeckte; die Substanz der Einfassungöleisten endlich ist beträchtlich härter, wenigstens bedeutend zäher, nimmt aberdoch den Eindruck an, der Farbe und Glanz unverändert zeigt, und eben so verhält sich die der Schraffirungsleisten, inso ferne deren Zartheit den Versuch nicht begünstiget, was inzwischen, zumahl auf der Oberfläche der Felder, wo sieoft als mikroscopisch feine Fäden erscheinen, so weit geht, daß sich eine ganze Partie derselben mit einem Striche oderDrucke zerstören läßt. Die bröcklig-körnige Substanz dagegen verhalt sich beträchtlich hart und vollkommen spröde, istetwas schwer zersprengbar, läßt sich aber doch zum feinsten Pulver zerstoßen und zerreiben, das dann schwärzlichgrauerscheint, und durchaus, ohne Ausnahme eines Stäubchens beynahe, dem Magnete folgt; die schwärzlichgrauen rund-lichen Massen aber zeigen sich nicht nur derb und dicht, sondern noch härter (doch nicht Funken gebend) und schwererzersprengbar, und zwar auch spröde, aber mit einiger Zähigkeit, so daß sich die Substanz größten Theils schwer zersto-ßen und noch schwerer zerreiben läßt. Geritzt gibt ihre Oberfläche einen ziemlich scharfen, stahlgraucn > etwas ins Roth«liehe fallenden, schwach metallisch glänzenden Strich (z), der ein schwarzes Pulver abscheidet. Das durch Zerstoßen

(») Nach Beendigung eines solchen fortgesetzten Aetzungsversuches finden sich demnach auch auf dem Boden des Gefäßes viele ein-zelne Körner und Massen von dieser Substanz, die frey wurden, als jene der Streifen, in welche sie eingemengt gewesen, vonder Säure aufgelöst worden war, und die so wie oben von den unzusammenhangenden Einfafsungsleisten bemerkt wurdeunverändert in der Auflösung zu Boden fielen, da sie wie diese, von der Säure (zumahl von Salpetersäure im diluirten Zu-stande und bey langsamen Gange des Prozesses) wenig oder gar nicht angegriffen werden.

(«) Diesem verschiedenen Grade von Härte und Geschmeidigkeit der verschiedenen, das Gefüge constituirenden Theile und Substan-zen , ist wohl das oben erwähnte oberflächliche Erscheinen desselben nach Schliff und erster Politur einer Fläche zuzuschreiben,,fo wie der Umstand des Wiedervcrschwindens bey der feinen Politur dadurch erklärlich wird, daß jene Verschiedenheit der Wir-kung des zur letzteren gebrauchten schärferen und feineren Polierpulvers nicht im Wege steht.

(3) Von diesem, zumahl in größeren Massen so merklich werdenden, verschiedenen Grade von Härte und Geschmeidigkeit der ein-