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wenn dieselben mit Salpetersäure (i) übergossen werden, und diese eine Zcitlang auf die Oberfläche cingewirkt hat (2).Die Einwirkung geht gewöhnlich auf der Stelle vor sich, und nach wenigen Minuten schon, oft augenblicklich, zeigt sichdas Gefüge in den gleich näher zu beschreibenden geraden Streifen und winkeligen Figuren, die sich aber noch gar nichtdurch Erhabenheit und Vertiefung, sondern bloß, gleichsam als ein oberflächlicher Anflug, oder vielmehr wie angehaucht,durch Farbe und Glanz aussprechen; die Streifen nähmlich erscheinen matt und von sehr licht stahlgrauer, die Figurenoder Zwischenfelder dagegen, welche von jenen begränzt oder eingeschlossen werden, zwar ebenfalls matt, aber doch —bep schiefer Richtung der Fläche — mit einigem Schimmer von ihrem Rande her, und von ziemlich dunkler, eisen-grauer Farbe; die Ränder von Heyden endlich sind von einer gemeinschaftlichen, zarten Linie eingefaßt, die aber eben-falls nur bei) schräger Richtung und bey Wendungen deutlich sichtbar wird, und sich dann durch eine silberweiße Farbe,und durch einen starken, spiegelnden Glanz auszeichnet. In großem oder kleinern Klüften, und in zarten, oft sehrfeinen Nissen —- welche sich ursprünglich schon und vor der Aetzung auf der Oberfläche zeigten — aber auch häufig zer-streut eingemcngt und fest eingeschlossen, in einzelnen kleinen und äußerst kleinen Partien bröcklig ober feinkörnig ange-häuft, oft auch nur als einzelne zarte Körner eingesprengt in die übrige Mctallmasse, erscheint eine andere metallischeSubstanz — in so ferne sie nicht hier und da durch Schnitt und Schliff der Fläche auSgesprengt worden ist — vonziemlich starkem Glanze und silberweißer oder zinkgrauer, bisweilen etwas ins Gelbliche oder Nöthliche ziehender Farbe,auf welche die Säure schon etwas weniger als auf die übrige Oberfläche cingewirkt zu haben scheint.
Wird die Aetzung längere Zeit fortgesetzt, so erscheinen die einzelnen Thcile des Gefüges nicht nur immer deutli-cher, sondern allmählich und immer mehr und mehr, und zwar in verschiedenen Graden vertieft, und es zeigen sich jeneStreifen nun am tiefsten, die Zwischcnfelder oder Figuren dagegen etwas weniger tief, deren Einfassungölinien aberund die Massen jener bröcklig-körnigen Substanz am erhabensten. Hat man demnach die Aetzung bis auf einen ge-wissen Grad (3) fortgesetzt; so ist die ganze Zeichnung eines unmittelbaren Abdruckes von der Fläche mittelst Drucker-schwärze fähig, indem die erhabensten Stellen sich stark, die wind--»- erhabenen schwächer, die Liefern dagegen sich gar
Zeichnung, von der sich zuletzt, bey fortgesetzter ähnlicher Behandlung, alle Spur verliert, und die licht stahlgranc Oberflächedurch die Einwirkung der Säure nicht verändert, sondern nur etwas, und zwar ii» Ganzen und gleichförmig, dunkler gefärbtund matt erscheint.
(«) Schwefel- und Salzsäure bewirken zwar dieselbe Erscheinung, aber nicht so vollkommen, und langsamer. Sehr concentrirterauchende Salpetersäure wirkt zwar schneller, aber oft zu tumultuarisch; man thut am besten, dieselbe, wenn man geradenicht schnell und tief ätzen will, mit etwa zwey auch drey Theil Wasser zu verdünnen. Die zu ätzende Fläche muß in eine fe-ste , vollkommen horizontale Lage gebracht, und mit einem, etwa eine Linie hohen Saum oder Rand von Wachs umgebenwerden, damit die Säur,? nicht abfliefie, die doch ^ oder Linie hoch die Fläche gleichförmig bedecken soll. Wenn die Aetzungetwas tief zu geschehen hat, jo lss nothweudig die Säure zu wiederhohlten Mahlen zu erneuern, und dabcy ist es gut,wenn man unter einen« die Fläche jedes May« mir reinem Wasser abspült, auch wohl mittelst eines Pinsels oder einer feinenBürste abstreift, um sie von dem erzeugten Eisenoxyde, und de»,, bey Verdünstung des Fluidums, darauf niedergeschlagenen sal-petersauren Eisen zu reinigen, welche die Einwirkung der frisch ausgegojje„-,i s-^äure »-»-bind««» ,r>ü«dr„. «soll die Aetzung sehr-tief (z. B. Z bis Z Linie tief) eindringen; so fordert dieß, auch bey jenem Verfahren, mehrere Tage Zeit, und wenn manden Prozeß beschleunigen will, muß die Wirkung der Säure außerdem noch durch Wärme, auch wohl durch Zusatz von etwasSalzsäure, verstärkt werden.
( 2 ) Eine Spur von dem Gefüge zeigt sich zwar schon, aber nur wie ein Hauch, und nur bey gewissen Wendungen gegen das Licht,
auf einer Fläche die vorläufig auS dem Rohen geschlissen und adoucirt worden ist; sie verliert sich aber ganz wieder währenddes weitern Polierens, so daß eine vollends fein polierte Fläche, abgesehen von den durch Farbe, Glanz und Textur sich aus-zeichnenden, zerstreut eingemengten Massen der heterogenen bröcklig-körnigen Substanz, ein vollkommen gleichförmiges Anse-hen von licht stahlgrauer, inehr oder weniger ins Silberweiße fallender Farbe, und von ziemlich starkem, metallisch spiegeln-den Glanze zeigt. Auffallend und ausgezeichnet schön aber spricht sich das Gefüge auf solchen fein polierten Flächen aus, wennman dieselben, wie Stahl, auf die gewöhnliche Art durch Erhitzung blau anlaufen läßt. Anstatt nähmlich, daß dieselben mitden bekannten Farben, aus dein Goldgelben ins Veilchenblaue bis ins Dunkelblaue in allmählicher Progression nach der Dauerdes Prozesses, gleichförmig anlaufen, zeigen sie vielmehr diese Farben, wenn der Prozeß bis zum Erscheinen des Blauen gekom-men ist, alle zugleich, und zwar nach den verschiedenen Theilen des Gefüges, eine ähnliche Zeichnung wie die Aetzung hervor-bringend, Die Streifen nähmlich erscheinen purpurroth ins Blaue, die Zwischenfelder oder Figuren bald aus dem Blauei«,bald aus dem Rothen ins Goldgelbe (nach Glartheit oder Streifung derselben) verlaufend, die Ränder oder Einfaffungslinienaber, so wie selbst die zartesten Schraffirungslinien, rein Goldgelb, jene Massen der körnig-bröckligen Substanz endlich vonetwas matter und ins Messinggelbe fallender Farbe.
(3) Auf etwa ^ Linie der tiefsten Stellen. Es darf natürlich dieser Grad nicht um gar viel überschritten werde)«, weil sonst dieminder erhabenen Stellen im Verhältnis; zu den erhabensten zu tief zu liegen kommen, und sich nur schwach oder gar nichtausdrucken.
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