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Beyträge zur Geschichte und Kenntniß meteorischer Stein- und Metall-Massen, und der Erscheinungen, welche deren Niederfallen zu begleiten pflegen
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scheinlich, »nehr oder minder häufig und deutlich ausgesprochen, wohl bey den meisten Meteor-Steinen (l). Es zei-gen sich nähmlich auf rohen, und noch deutlicher auf geschnittenen, zumahl geschliffenen Flächen der Steinmassc voneinigem Flächeninhalte, einzelne oder mehrere, oft sehr viele, kürzere oder längere, gerade laufende oder bogenförmiggekrümmte, auch mehrfach gebogene Adern, von sehr verschiedener, bald im ganzen Verlaufe gleichförmiger, bald all-mählich abnehmender, bald sehr und stellenweise jäh und stark ab- oder zunehmender Breite und Mächtigkeit, undzwar vom Haarfeinen, kaum dem freyen Auge sichtbaren, bis was jedoch höchst selten zu 3 Linien, welche nachallen Richtungen, und oft von einem Rande der Fläche bis zum andern entgegen gesetzten, und zwar an einem oderdem andern aber nicht immer mit dem breiteren Ende bisweilen auch au bcyden Rändern, aber auch sehr oft ankeinem, an die etwa da befindliche Rinde anstehend, oft aber auch ganz isolirt und frcy im Mittel der Fläche oderder Steinmasse verlaufen. Es find diese Adern theils, obgleich selten, ganz einfach, theils mehr oder weniger, oftsehr häufig ramificirt, und cs gehen die Aeste und Zweige von verschiedener Starke und Länge, übrigens von ähnlicherBeschaffenheit, wie der Hauptstamm, unter oft sehr spitzigen Winkeln, nach allen Richtungen von demselben ab, undverlaufen auf ähnliche Weise gegen die Ränder oder mitten in der Masse; sie sind nicht selten wieder zerastclt, durch-setzen und durchschneiden sich, münden sich in einander ein, oder laufen zum Theil auch eine Strecke parallel wie dießalles nicht selten selbst die Hauptstämme, wenn deren mehrere vorhanden sind, zu thun pflegen und bilden oft einziemlich enges, sehr ungleiches Netz oder Adergeflecht. Oft gehen diese Adern, als Gänge, in eine beträchtliche Tiefemit gleicher oder abnehmender, auch wohl veränderlicher Mächtigkeit, oft bey ansehnlicher Dicke des Stückes, auf ei-nige Zolle; aber dieselbe Ader nicht durchaus auf gleiche Tiefe. Manche scheinen wohl bis an die Oberfläche deö Stei-nes zu gehen, die bey weitem meisten aber nicht, und viele nur auf eine höchst unbedeutende Tiefe, so daß nach diesemund obigem manche und dieß möchte wohl die meisten treffen ganz auf das Innerste der Steinmasse beschränktsind, und mit der Oberfläche und der Außenrinde in gar keiner Verbindung stehen; andere nach einer oder zweyen,wieder andere vielleicht nach allen Richtungen ganz durchgehen. Nie scheinen diese Gänge auf irgend eine Tiefe ganzsenkrecht, sondern immer mehr oder weniger schief durch die Steinmasse zu setzen.

Die Masse, welche diese Adern und Gänge bildet, ist im Wesentlichen, die Farbe abgerechnet, von der übrigenSteinmasse im Allgemeinen nicht verschieden, indem sie im Gegentheile eine in jeder Beziehung ganz ununterbrocheneFortsetzung von dieser ausmacht, und außer der scharfen Begränzung durch die Farbe, durch gar nichts, das z. B. ei-nem Sahlbande gliche, geschieden ist, sondern vielmehr unmittelbar in dieselbe übergeht. Sie zeigt dieselbe Textur, die-selbe Beschaffenheit der Oberfläche sowohl im Bruche als im Schnitte, dasselbe, meistens doch ein etwas feineres,Korn, nur mehr Dichtheit, Festigkeit und Härte beyläufig so wie der olivinartige Gemengtheil in einem MittlernGrade von Ausbildung- daher sie auch geschliffen so wie dieser eine höhere Politur und einen etwas fettigenGlanz annimmt, und sie enthält eben so wie die übrige Steinmasse, Gediegcneisen eingesprengt; vom vlivinartigenGemcngtheile, nach der gewöhnlichen Art seiner Ausscheidung und Begränzung, konnte ich aber nie etwas in ihr be-merken. Nur, wiewohl höchst selten, und an einzelnen Stellen besonders breiter Adern, zeigt sie eine schwache Anlagezu einer schiefrigen Textur. Sie zeigt denselben, gewöhnlich nur etwas, höhern Grad von Wirkung auf den Magnet wiedie übrige Steinmasse, aber einen merklich geringem als die Rinde desselben Steines.

Das beynahe einzige und wesentlichste Merkmahl, wodurch sich die Masse dieser Adern und Gänge von der übrigenSteinmasse unterscheidet, ist die Farbe. Diese ist schwärzlich, oft beynahe schwarz, gewöhnlich aber graulich - oder

(c) 3ch habe zuerst (1608) auf das räthselhafte Vorkommen dieser Adern in der Masse der Meteor-Steine bey Gelegenheit derBeschreibung jener von Stannern, obgleich sie in diesen nur äußerst selten und gewisser Maßen unvollkommen sich zeigen,aufmerksam gemacht. Beynahe gleichzeitig erwähnte ihrer Herr Bergrath Reuß bey Beschreibung der bey Liffa gefallenenSteine, in welchen sie am häufigsten vorzukommen scheinen. Erst an den Steinen von Charsonville machten Bigot deMorogues, Hauy und Vauguelin dieselbe Beobachtung, und in ihrer Beschreibung (,9n) als von etwas ganzNeuem und Merkwürdigem, Erwähnung davon. In der Folge (>9i4) gaben die Steine von Agen Gelegenheit zur Erneue-rung dieser Beobachtung, welche inzwischen Chladni und ich bereits an vielen, zum Theil lang bekannt gewesenen, äl-teren Meteor-Steinen zur Genüge gemacht hatten. Nach neuerlichster Untersuchung kann ich sie nun an, mitunter ziem-lichkleinen, Bruchstücken von folgenden Meteor-Steinen Nachweisen: von Lissa, Agen, Doroninsk, Charsonville, Chan-tonnay, Ensisheim, L'Aigle, Barbotan, Aorkshire, Laponas, Sigena, Toulouse, Sales, Apt, Tipperary, Weston, Stau-ncrn; und bey den meisten übrigen mir außer diesen noch bekannten Meteor-Steinen möchte es wohl nur an der individuellenBeschaffenheit des vorhandenen Bruchstücks oder seiner Bruchfläche liegen, daß ich nicht dasselbe zu thun im Stande bin.

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