Druckschrift 
Beyträge zur Geschichte und Kenntniß meteorischer Stein- und Metall-Massen, und der Erscheinungen, welche deren Niederfallen zu begleiten pflegen
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

Die Abbildung stellt diesen lehrreichen Stein auf seiner Grundfläche liegend und so vor, daß nebst dön drey nie-dern Seitenflächen die obere Endfläche mit der unvollkommen überrindeten Bruchfläche ganz zur Ansicht kommt (i).

Vierte Figur.

^ili mittelgroßer Stein von der Begebenheit bey Stannern, 1 Pfund 1 Loth wiegend, welcher am Tage des Er-eignisses selbst, und zwar ebenfalls ganz nahe bey Stannern, auch zwischen den Dörfern Sorez und Fakten« u,demnach ebenfalls im Mittelpuncte des befallenen Flächenraumes (und zwar kaum mehr als 100° südlich vom vorhinbeschriebenen entfernt) aufgefunden, und dem Pater Caplan in Stannern überbracht wurde, der ihn am 2g. Mayder Commission überreichte. (Situations - Plan Nr. 40.)

Auch dieser Stein ist vollkommen ganz, und so wie er zur Erde gekommen, erhalten worden, obgleich derselbenoch ungleich mehr als der vorhin beschriebene, auch selbst bey näherer, ja wohl ganz naher Betrachtung, das Anse-hen eines großen Bruchstückes, oder der Hälfte eines entzwey geschlagenen Steines hat, wofür er auch lange Zeit von mirund jedermann gehalten wurde, indem eine ganze Seite desselben eine beynahe ganz frische, nur etwas dunkler ge-färbte , gleichsam beschmutzte, Bruchfläche zeigt ( 2 ).

Seine Gestalt ist unregelmäßig und schwer zu beschreiben; doch bilden alle bestimmbaren Flächen, und selbst diescheinbar frische Bruchfläche, ein verschobenes Viereck, und am ganzen Steine lassen sich noch acht Ecken, acht End-und vier Seitenkanten am vollkommensten Nachweisen, so daß sich die Grund - oder ursprüngliche Absonderungsgestal-tung leicht denken, und die Ähnlichkeit in der Tvtal-Form mit den meisten der zuvor beschriebenen Steine wieder nichtverkennen läßt.

Die Oberfläche aller vollkommen überrindeten Flächen wovon wieder zwey der an einander gränzenden Seiten-flächen etwas gewölbt, die zwey andern etwas vertieft sind, die als Grundfläche zu betrachtende aber, welche der neue-ren Bruchfläche gegen über gestellt ist, flach und ziemlich eben erscheint hat wenige, aber große und breit verlau-fende Eindrücke gewöhnlicher Art; ein paar tiefere, schärfer begränzte, sind nicht sowohl bloßen Eindrücken, als viel-mehr einem Verluste der Masse durch mit der Jndividualisirung des Steines und der Bildung der Rinde im Gan-zen gleichzeitige Lostrennung einzelner kleiner Stücke zuzuschreiben.

Die Rinde ist fast durchaus dieselbe, wenigstens von einer und derselben Hauptbeschaffenheit an allen diesen Flä-chen, und ganz und in jeder Beziehung von der gewöhnlichsten, einfach und verworren-aderigen Art, wie z. B. an denSeitenflächen des vorhin beschriebenen Steines. Sie zeigt weder Säume noch Nähte, bildet aber hie und da ziemlichlange, scharfe und erhabene Adern, die eine ziemliche Strecke über eine Kante oder den Rücken von Erhabenheiten lau-fen, doch keine bestimmte Richtung haben.

An einer ziemlich großen, stark hervorragenden, sehr unebenen Stelle, eigentlich an der ganzen einen gewölbtenSeitenfläche, zeigt sich als Modifikation eine^Anlage zur blattförmig gezeichneten Rinde; auch scheint da diematte untere Schichte bräunlich durch, und in ihrer Nähe zeigen sich an den Kanten der angränzenden Flächen Anhäu-fungen von Rinde, von diesen letztem her, die sich Säumen nähern. Uebrigens ist die Rinde von der gewöhnlichendunkelschwarzen Farbe, und dem gemeinen, ziemlich starken, etwas fettigen Glanze.

Das Merkwürdigste an diesem Steine ist nun jene dem unbewaffneten Auge ganz rindenlos erscheinende neuere Bruch-fläche, welche die größte und gewisser Maßen regelmäßigste am Steine ist.

Es bildet dieselbe, obgleich sie sich auch über einen Theil einer angränzenden Fläche ausdehnt, ein ziemlich gleich-seitiges, nur etwas verschobenes Viereck, welches von drey Seiten her durch die anstehende Rinde der angränzenden

(») In Gilb ert's Annalen Bd. 3r, Taf. 3, Fig. 2 , ist bereits auch von diesem Steine eine Darstellung versucht worden, dieaber durch die Colorirung sehr verunstaltet worden ist.

( 2 ) Schwerlich würde ich selbst diese Flache für das, was sie wirklich ist, so bald erkannt haben, wenn nicht der zuvor beschriebeneStein, und ähnliche, niancherley Abstufungen der unvollkommenen Rinde aufs klarste aussprechende Stellen an vielen andern,mich aufmerksam gemacht hatten.