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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
Seite
354
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■2 ca Tugenden Kurts.

geczyten in dem ampte der heyligen mesfse. Auch gar dicke dynten emedie heyligen engele zu der mesfse, die he auch sichtlichen sach. Efsgcschach auch, das der selige prister von der erden herhabin unde uff-geczogen wart vor dem altar durch die crafft gots, so das syne fusfsestunden in der loufft, wan he den canon in der mesfse lafs. Efs geschachauch zu eyner czyt, das bruder Curt die figuren unfsers hern Jhesu, diemitten in dem monster zu Heyne stehit an dem crutze, wulde wisschenvon deme stoube. So stunt er uff eyner leytem gar hoe unde reynigetedas bilde. Da missetrad er unde bestirnt zu fallen von der leytern. Alfs-1mlde was die hant gots bie eme, so das eyn arm defs bildefs thetsich von dem crutze unde begreiff en, unde hilt en so lange, bifs daser widder zu der leytern synen fufs brachte. Alsus lefsit man in sinerlegenden.

Bruder Curt gedochte alleczyt an synfs lieben vaters 1 ) sele. Undenachdeme derselbe so elendicklichen eynfs snellen dodes gestorben undeverdroncken was 3 ), alfs vorgeschreben stehit, da Heyne gebuwet wirt 3 )ihirumbe bath er flifslichen mitsampt den andern monchen vor sine sele.Efs geschach zu eyner czyt, das goddes stymme sprach zu eme: 'dyn•bi. 260. * gebeet ist herhört, und dynfs vaters sele ist ufs den pynen herloist'.Darnach begerte er von godde auch zu wisfsen umbe den stod siner muter J )sele 6 ). Do sprach eyne stymme zu eme alsus: 'Conrade, gang zu dynermuter grabe, da wirdet efs dir kunt gethan'. Da ging er snel zu demgrabe, unde gab sich in syn gebeth mit vveynigen augin. Do das gebethufs was, du sprach er alsus: 'myn liebe muter, wie geet efs dir'. Da ant-werte eme die stymme siner muter ufs dem grabe unde sprach: 'godde siedanck, lieber soen, efs geeth mir allefs bests; unde gebenediget sie god,durch wilches gobe mir verleent ist, sulchen soen zu geberen unde zufinden*)'. Da wart bruder Curt in syme geiste gantz in god herfrauwet, undedanckte eme mit grosfser andacht. Efs geschach auch zu eyner czyt 6 ),uff den applafstag der kyrehwihunge zu Heyne, das vil foleks dar quam,unde enmochten nicht spifse ubberkummen. Hirumbe so liff das folckvor das backhufs unde hisschin broit durch gots willen. Da wart en allingegebin. Des wart y lenger y grosfser zulouff. Du das der backmeister')sach, da liff er zu bruder Curde unde klagete eme das. Unde sprach:'da kummet y lenger y mehe fuleks, unde wir enhan zuhant keyn broitmee, das wir das folck gespifsen mögen'. Da sprach bruder Curt: 'ichwil god bidden, unde hoffen, he werde unfsern gebrechin herfollen'. Dasgeschach, wante god vermerte das broit, das die backkamern gantz folbroits wurden, so das alman gesediget unde gespiset wart. Alsus lefsitman in siner legenden.

Alfs bruder Curt an sin alder quam, du geschach efs zu eyner tzyt,

das er gerne mesfse gehalden hette, so was er swach unde vermochte das

ampt nicht wole zu follinbrengen. Indes hilt der prior mesfse in dem

*bi. 260'. spitale zu Heyne. Da ging bruder Curt hynne, unde *underwegin wart

er so müde, das er syne ruwe nam unde sattzste sich nidder uff eyn holez.

*) Hs. fnden.

') B. Konrads d. Ä. v. Herlesheim. 2 ) Im Rhein, [wohl 1207 Juni 5]-

») S. oben S. 160 f. ") Hedwig; s. S. 160 f. *) Die Mutter lebte noch,

als ihr Sohn zu Haina Kellner war; s. ZHG. 3, 55 (In Allendorf, present.....■

Hadewige, matre cellerarii). Vgl. Anm. 6. 6 ) Das Folgende weist auf das

Kellneramt, das Konrad nach urkundlichen Zeugnissen lange Zeit, bis 1250/53,für sein Kloster verwaltete. S. oben in der Einleitung. ') Vielleicht der

als Amtsgenosse Konrads bezeugte Untcrkellner (subccllcrarius) Wigand v. Lin-singen; s. ZHG. 3, 71.