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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
Seite
350
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35o Wunder Ludwigs.

heiligen. God bewifste aber sine gnade durch die vorbete sinfs lieben dyners,so das der jungeling gesunt unde gerade wart. Do leisten sie du ire fart,unde ginck mit syner muter geyn Reynhartfsborne mit grosfsen frouden unde[1309 brachte sin opper dar, unde dancketen godde unde dem lieben heilig 1 ! 1Febr./März]. fursten. Unde quamen') zu dem grabe, unde sageden unde verkundigetin dul»geschichte unde wunderwerck allen luden, die da geynwirtick woren').

[i3o8]Sommer. Bfs geschach darnach 8 ), uff die tzyt alfs die frauwen plegen flas zu rouffeni

do was zu Ybenheyn*) eyne witfrauw gesessen, die was genant Ermengarte Hymm e1 'gotin. Dy was an das feit gegangen mit erin nachgepurn, unde wulden flas rouffe 11,Nu hatte sie eyn kynt von dryen jaren; das lifs sie daheyme unde befal efs eyn£alden frauwen, dy was wol halp blint. Da sleich das kynt ufs dem hufse, das eldie gute aide muter ny gewar wart, unde quam an denbach desselbin dorffis; unuunglucket eme, das efs in den bach fyl unde erdranck. Da die aide mutedefs kyndes bie ir nicht enfant, da suchte sie efs al umbe unde umbe, unde kond'doch nicht finden. Bissolange das des kindes muter von dem felde quam, u n "sie wirt 5 ) gewar, das das kynt in dem bache lag unde erdruncken was. Unde rege 1weder hendc noch fusfse; efs enhatte auch keynen adem in sime übe. Da truck stdas kynt heym in er hufs, mit bittern trenen, mit jamer unde mit leyde. Want s'hatte kortzlichin iren hufswirt verlorn, so was ir itzt ir liebe kynt erdruncke n >*B1. 258'. hirumbe was die gute *frauwe tzweyfeldig betrübet unde fol jame rS-Zuletzst riff sie god von hymmel an, dartzu die hülfe des eddeln milden furstei 1 'Sie gelobete mit grosfser ynnickeit unde auch mit bittern trenen, das sie das ky 11 'geyn Reynhartfsborne zu dem grabe wulde brengen. Da das geschach, da nam ensie das kynt unde brachin eme sinen munt uff mit eyme messer, unde schütte" 1vile wasfsers ufs sime übe. Da begunde das kynt zu leben, vor vilen luden, die

[i30o,]Febr.24.darbie stunden. Darnach 6 ) brachte die muter das kynt geyn Reynhartfsborne %*'sunt unde frisch 7 ), unde lobete god den hern in den wunderwercken syn> slieben dyners, des milden fursten unde heiligen lantgraven Ludewigis.

Vile andere tzeichen, mirakele unde wunderwercke hat der almecht'gewige god gewircket an den mentschin unde auch an phe, zu lobe unde zu ersyme getruwen dyner, deme eddelin fursten, di doch nicht hir geschrebin siumbe der kortze willen, uff das die icht vcrdrofsfsen werden, die in dusfsem buclefsin 9 ). Sundern die tzeichin, die hirynne geschrebin sint, die findet nwalle in dem 6. buche der legenden defs seligin fursten lantgraven Ludewigs 9 ).

l ) in der vastin. Bafs 1309, nicht 1308, gemeint ist, ergibt sich aus W*Länge der Zeit zwischen erster Heilung und Darbringung, sowie aus der folgt 1 ?'den Erzählung. J ) 97 Z. 8—34. 8 ) In dem seibin jare. 4 ) lwenhei" 1 -

6 ) Vgl. Hss. l Gg'; Ausg. wart. 6 ) an s. Mathias t. in der vasten. Bafs hier»?

1309 gemeint sein kann, liegt wohl auf der Band, üebrigens fiel auch MattntW1308 nicht in die Fasten. ') 97 Z. 26 bis 98 Z. 16. 9 ) 96 Z. 31 * w

97 Z. 2. 9 ) Wiederholung der Eingangsworte G.'s oben S. 340 am $»«*■