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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
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allgemein als Grundlage der Lehr, in deren — leider nicht in Ur-schrift vorliegender — Vorrede, S. 3 (unten Nr. 1 — 24). Eine zweiteGruppe fügt er nach und nach in den Einzelcitaten neu hinzu, diemeisten im 1. Teil der Lehr. (Nr. 25 — 60), einige auch im 2. Teil(Nr. 61 — 68). In allerlei Bemerkungen erwähnt G. aufserdemnoch, je einmal, eine Reihe anderer Schriften, in der Vorrede derLehr. (Nr. 69—73), im 1. Teil (Nr. 74-76), im 2. Teil (Nr. 77) undin der Stchr. (Nr. 78. 79). Endlich nennt er oft, auch als geschicht-liche Quelle, Bücher der Bibel (Nr. 80).

Von diesen Quellenangaben gilt es zunächst die auszuscheiden,die aus den wirklichen Vorlagen mit übernommen sind. Von vorn-herein ist anzunehmen, dafs diese sozusagen blinden Citate recht zahl-reich sein werden. Darauf weist auch schon der Umstand hin, dafsso viele Schriften nur ganz vereinzelt erwähnt werden. Nun wird esfreilich nicht immer möglich sein, verdächtige Citate als blind zu er-iveisen. Vielfach jedoch können wir ihren Ursprung aufdecken oderwenigstens wahrscheinlich machen. Dadurch schmilzt die Zahl derQuellen G.'s erheblich zusammen. Aber auch wenn wir alle zweifel-haften Fälle aus dem Spiel lassen, bleibt immer noch eine außer-ordentlich stattliche Reihe citierter Quellen übrig, die als unmittelbarbenutzt gelten müssen. Und hierzu treten dann solche, die benutztsind, ohne genannt zu werden.

In der folgenden Liste sollen die nachweisbar blinden Citate unddie verdächtigen, soweit es sich nicht um verlorene Quellen handelt,ferner einige wirkliche Vorlagen nebensächlicher Art sogleich be-sprochen,das Uebrige für die weitere Untersuchung herausgehoben werden.

1. Die Chronik des ehrwürdigen Beda (3) — B. Venerabilis,Chronica maiora, Chronica minora, Historia ecclesiastica gentis An-glorum. Einzelcitate 10 und 59. An der 2. Stelle soll Beda 'sprechen',die Ang-lisaxones seien cristen wurden 596. Aber das verteilt sichbei B. auf Chr. mai. (Angeln), Chr. min. (Sachsen) und Mist. eccl.(Sendung Augustins 596). Dagegen heilst es bei Lampert, Annales 8Z. 21 f: 596 Anglisaxoncs fidem Christi suseeperunt-, Z. 38 Hucus-que Beda. Nach der 1. Stelle soll 'auch' Beda die Zerstörung Jeru-salems durch Pompeius 'beschreiben', was mehr an Chr. mäi. erinnert(captis Hierosolimis tributarios Judaeos fecit), als an Chr. min. =Lampert 6 Z. 11 (Judaeam cepit). Doch ist wohl auch hier Lam-bert G.'s Quelle. — Aufserdem kommt Beda noch 15 vor, in Versen,die aus Rolevinck 35 entnommen sind.

2. Josephus (3) = Flavius J., übersetzt wahrsch. von Rufmus,De bello Judaico. Einzelcitat nur 17 = 6, 3, 3—4. G. schöpft wohlaus dem bald darauf citierten Vincentius 11, 3—5 mit Bemerkung11,2 am Ende: De libris . . . Josephi nonnulla . . . inserui.

3. Valerius Maximus (ß) — V. M., Facta et dieta memo-rabilia. Einzelcitat nur 13, mit 'Buch 4' = 4,6. Der Wortlaut istaber hier ganz anders, während übereinstimmt Rolevinck 28' oben,mit Citat: narrat Valerius libro IV. Auch den Namen Maximuskonnte G. bei Rolevinck finden, z. B. 35 Z. 3.

4. Justinus über Trogum Pompeum (3), aus der (den)Historien Tr. Pompei — M. Junianus J., Epitoma historiarum