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liehen dichtwerke des 12. Jahrhunderts hat er offenbar gekannt J ).Das beweist die Vertrautheit mit dem formelschatz jener zeit. Da-gegen zeigen sich keine deutlichen spuren der höfischen epik, we-nigstens keine, die auf einen bestimmten autor hinwiesen.
Als erster — vermute ich — und eher vor als nacli 1200 unter-nahm es also bischof Otto, das umfangreiche werk ins deutsche zuübertragen. Woher er den lateinischen text hatte, habe ich nicht fest-stellen können 2 ). Er hat nicht, wie Rudolf von Ems eine freie, dich-terische bearbeitung, sondern nur eine möglichst treue Übersetzunggeben wollen ; kaum daß er hier und da die überwuchernden lehrhaftenbestandteile der quelle gegen die erzählenden etwas zurückdrängt(diss. § 187—208). Otto war kein besonders gewandter dichter,sein Wortschatz ist beschränkt, iiickverse und eintönige Wieder-holung derselben Wendung finden sich nicht selten. Hoffentlich wirdaber das werk in der gesäuberten gestalt nun doch einen bessereneindruck machen, als ihn Pfeiffer von den ihm bekannten bruch-stücken einst erhalten hat 3 ). Ja mir scheint, manchmal, vor allemin den eingestreuten erzählungen, eigne sich Ottos naive Schlichtheitsogar besser für den stoff als die gekünstelte art Rudolfs von Ems.
klang (oder ist es zufällige Übereinstimmung?) mag vers 16636 im epi-log des LBarl. sein: ganz ähnlieh sagt Wernher (vers 94) von derÜbersetzung durch Hieronymus daz wazzer wart zc winc.
1) Vom Rother z. b. scheint ihm ein autfallender reim im gedächt-nis geblieben zu sein: anmerkung zu 5807; dies gedieht ging den vettereines herzogs von Meran ja auch besonders nahe an!
2) Von den acht lateinischen Barlaamhandsehril'ten der Münchenerbibliothek kommen der zeit wegen nur in betracht: nr. 14338 aus St.Emmoram in Augsburg (12. jh.), 19161 aus Tegernsee (12. jh), 22254aus Windberg (12. jh.), allenfalls auch 2570 aus Aldersbach (12./13. jh.)und 7993 aus Kaisheim (13. jh.). Von diesen hätte an sich die Tegern-seer handschrift die meiste -Wahrscheinlichkeit für sich (Ottos bruderMangold war 1193—1205 abt dort!), fände sich nicht in dieser hand-schrift eine lücke (diss. s. 117 anm.), die in der deutschen Übersetzungnicht vorhanden ist, die allerdings wohl auch auf nachträglicher Ver-stümmelung beruhen könnte.
3) Wiener Sitzungsberichte 41, 316. Pfeiffer hielt freilich reimewie siechbette: dicke, wartet: tätet für echt!