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Und in andern handschriften:
Succcssit patribus predictis Otto secundus,Qui fuit ex genere clarus et ex opere.
Bayern war, nacli Scherers ausdruck J ), im zwölften Jahrhun-dert das „centralland der deutschen litteratur". Mit Freising inmannigfacher beziehung stellende nachbarorte, Augsburg, Regens-burg, Tegernsee, waren die brennpunkte des litterarischen lebens.Grade auch legenden und Stoffe aus dem Orient waren dort behandeltworden. Für einen B a r 1 a a m aber war der boden zudem nochdurch die kreuzzugsstimmung der ganzen zeit vorbereitet. Handeltees sich doch auch im Barlaam um einen sieg des Christentums überdas heidentum. In Deutsehland mußten die ausführlichen Widerle-gungen der heidnischen irrtümer damals noch ganz besonderes in-teresse erregen, da man an der ostgrenze ja mit wirklichen götzen-dienern in beständigem kämpf lag.
Wie eng der einzelne in jener zeit, auch wenn er selbst nichtmitzog, in diese dinge verflochten war, kann gerade Ottos beispielzeigen: der berühmteste deutsche missionar des zwölften Jahrhun-derts, der heilige Otto von Bamberg, war, wie es scheint, ein freundder väterlichen familie gewesen; unseres Otto oheime Poppo I. undBerthold III. von Andechs hatten den zweiten kreuzzug mitgemacht,ebenso sein zweiter Vorgänger im bischofsamte. Am kreuzzugeFriedrich Barbarossas, dessen anfange er miterlebte, nahm seinvetter Berthold IV. von Andechs hervorragenden anteil als fuhrerdes dritten treffens. Ottos bruder Diepold aber, der bischof vonPassau, fand vor Akkon seinen tod.
Otto hat bei der abfassung des Barlaam nach seiner eigenenangäbe vor allem lehrhafte zwecke im äuge gehabt (v. 22). Littera-risches interesse freilich war ihm mindestens von mütterlicher seiteher wohl nicht fremd, denn die Andechser haben, ähnlich wie auchdie Weifen, die aufstrebende deutsche dichtung beschützt und geför-dert 2 ). Einen größeren teil der geistlichen und wohl auch der welt-
1) W. Scherer, gesch. d. deutschen dichtung im 11. u. 12. jh. QF 12, 74.
2) Riezler I 818. — Der gönner, in dessen hause der priesterWernher im jähre 1172 seine drei Marienlieder schrieb, war vielleichtOttos bruder Manegold: Feifalik in seiner ausgäbe s. XXII. Ein an-