470 Nr. 286. 1534 Oktober.
lieh verlesen und ainer den anderen guetlich höre. So mag ver-mitelt götlicher hilf ain guter ratschlag darauf verfaßt und denvon Nordlingen zugeschickt werden; dan ich etlich artieul in demkuniglichen brieve und auch in der von Nordlingen schreibenbefinde, der ich meiner person halben mereren bericht habenmus, so man mich änderst auch dabei haben will, wiewoll ichmeins kranken haupts und schweren wetters halben diser zeitlaider von haus nit auskörnen kan; aber wien E. Ft. mir zu-schicken, lass ich mir billich und geren gefallen, den will ichmein vorhaben und bedenken hierin anzaigen, und nachvolgendE. Ft. wollmonung darauf auch lassen gefallen, den ich michunderdienstlich tun bevelhen. 1 In eil
E. Ft. diener
Chonrat Peutinger, doctor.
286.An Melchior Soiter. 2 1534 Oktober. (Augsburg)
Beglückwünscht Schwiegersohn undTochter zur Geburt einesweiteren Sohnes. Barth. Atnantius und sein Inschriftenwerk.Neue Zeitung von den Türken.
1 Peutinger stand damals nicht mehr in den Diensten der Stadt. Am7. Februar 1534 war ihm unter Belassung seines Gehaltes und mit einer„ Verehrung" von 600 Gld. der Abschied bewilligt worden (Roth 2 S. 197).Er hatte darum nachgesudit nicht bloß aus Alters- und Gesundheitsrücksldüen— gerade aus dem Jahre 1534 ist uns mehrfach (vgl. außer dem obigen Briefe audiNr. 287 u. 289f.) bezeugt, daß er an heftigen Kopfschmerzen litt —, sonderndoch wohl auch deshalb, weil er mit der Kirdienpolitik des Rates längst nichtmehr einverstanden war. Die seit Anfang d. J. 1533 immer entschiedenereHinwendung des Stadtregimentes zur Reformation war gegen seine wieder-holten Warnungen erfolgt (über sein großes Gutachten gegen das ius reformandides Rates vom März 1533 vgl. Roth 2 S. 109f. und König S. 101 f.). Indessein Ausscheiden aus dem Stadtsdireiberamte bedeutete dodi keinen Brudimit seinen .Herren", die noch öfters in wichtigen Angelegenheiten seinen Rateinholten, wie z. B. obiges Schreiben zeigt.
2 Melchior Soiter aus Kempten, seit 15. Febr. 1525 der Gatte von Peu-tingers Tochter Konstanze, war im Okt. 1516 an der Universität Freiburgals „Melchior Suiter Campidonensis" immatrikuliert worden; zwei Jahrespäter hatte er ebendort den Grad des Baccalaureus artium erlangt (s. DieMatrikel d. Univ. Freiburg i. Br. 1460—1656, herausg. v.H. Mayer, 1 [1907]S. 228 Nr. 50) und dann vornehmlich bei Ulridi Zasius Rechtswissenschaftstudiert. Als Zeugnis für die persönlichen Beziehungen zwischen Lehrer und