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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
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465
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Nr. 283. 1533 Februar 21.—23. 465

Solten die baierischen fursten auch dawider sein, wer solchs auchganz nachteilig. Zum sechsten: Obgleich etlich klein stedt auchdarein komen, so tun doch die caine hilf, und ir mußten mitder grossen gwartig sein. Zum sibenden: So sein euch diereinischen chur- und fursten ferr entlegen und der geistlichchurfirsten hilf auch klein, und auch nit woll ir auflag under-halten. Zum achten: So verstand ich das Esslingisch schreibenallein auf weltlich sachen; damit were gmainer stat alhie derreligion halben nit geholfen, 1 dan die obgemelten chur- undfursten weren darin dhein hilf zu tun schuldig.

Aus den erzelten Ursachen und noch merern bedunkt michschwer sein, sich von wegen diser stat gegen den von Esslingenstracks merken zu lassen, das ain erber rat zu diser sach lustund willen haben solt. Und vermaint darauf, inen ratschlagweiszu schreiben, dweil si das begert, das E. Ft. ab iren schriftlichenanzaigen sich bedankten, und dweil das hessisch anbringen aufferrer handlung bei den churfirsten, so besehenen soll, meidungtat, solten si inen dasselb auch gefallen lassen, und so ferrerder sachen was an si gelangt, wolten si solchs den andern ober-lendischen stetten auch ferrer in geheim verkonden, der hoffnung,si wirden sich nach irer gelegenheit ganz unverweislich darinauch ferrer hören und vernemen lassen; si verhoften auch, dasder Schwebisch pund diser zeit nit so liederlich und bald er-streckt werde, 8 daraus man des eilenden zusagens, davon in demschreiben meidung geschieht, nit besorgen bedorft (alles mitferrern umbstenden, so die feder geben wurde).

Wa man aber sich je mit den churfirsten und fursten inobgemelt bundnus wolt einlassen und deshalben was guts zuschaffen vermainet, so achtet ich erstlich nit unfruchtbar sein,das sich E. Ft. mit Nurmberg und Ulm vor fleissig underredt

1 De/ Augsburger Rat sdiickte sich gerade damals an, in der längstüberwiegend neugläubigen Stadt die Reformation vollends durchzufahrenund audi seinerseits den bisher — nidit zuletzt unter Peutingers Einfluß —vermiedenen offenen Anschluß an die neue Lehre zu vollziehen (vgl. Roth 2S. 107ff.), was ihn mit dem Kaiser und den benadibarten katholischen Reichs-ständen in gefährlichen Gegensatz bringen mußte.

1 Die Verhandlungen über die etwaige Erneuerung des Schwab. Bundesfanden erst im Dez. 1533 und Jan. 1534 auf einem Augsburger Tage statt;hier gelang es Philipp von Hessen, den Bund endgültig zu sprengen.

König, Peullngers Briefwechsel 30