Druckschrift 
Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
372
Einzelbild herunterladen
 

372 Nr. 230. 1522 November 26.

Berichtet über den Stand der Verhandlungen mit dem GrafenEberhard von Königstein wegen der Augsburger Münzangelegen-heit 1 und übersendet zwei von ihm und Dr. Rehlinger verfaßteEntwürfe für Briefe des Rates an den Grafen mit dem Ersuchenum Prüfung, allenfallsige Änderung und Abfertigung.

Herrn Chonrat von Rot 2 halben wißt, das der wenig tagnach mir herkomen und sechs schwein mit im gebracht; dander erzherzog hat mit den fursten ain gros banket gehalten. Binauch vill bei dem von Rot zu hof gesessen; sein guter ding mitainander gewesen . . .

E. Ft. hab ich bisher, als vill ich meiner handlung halbenzu hof gemogt, treulich verantwurt und vertretten. Will auchsolchs bis auf ankunft meines herrn burgermeisters 8 tun; danich noch zur zeit nit bescheid hab, wan ich verreiten soll.

Ferrer gib ich E. Ft. zu erkennen, das Lucas Rem, weilentLucas* son, vor etlichen tagen zu mir komen und mir anzaigt,er hette an des babsts potschaft 5 herborg gehört, das die vonAugspurg solten an Allerheiligentag allein ain meß und an Aller-selentag kain meß halten und offenlich predigen lassen, das kainfegfeur sein solt. Das ich doctor Rohlinger anzaigt, und sein bedratig worden, des babst potschaft darumb durch mich anzu-sprechen und E. Ft. mit warheit deshalben zu verantwurten. Aufsolchs bin ich erstlich zu meinem gnadigsten herren cardinalvon Salczbirg 6 gangen, der dan mit der potschaft gut kundschafthat, S. f. G. solch sach anzaigt und rat gesucht, was zu tun sei.Ist mir von S. f. G. auch anzaigt, si hette in der potschaft her-

auf Mißverständnis des Ausdrucks vor dem garaus (nicht .vor Jahresende",sondern .vor dem Abendläuten"; denn .das garaus" heißt das Geläute, durchdas in Städten wie Nürnberg, wo die sog. Große Uhr, die gesonderte Zäh-lung der Tages- und Nachtstunden üblich war, der Untergang und Aufgangder Sonne verkündet wurde: s. E. Reiche, Gesch. d. Reichsstadt Nürnberg [1896]S. 562f.) und ist auch deshalb unmöglich, weil in diesem Falle das Schreibendes Augsburger Rates vom 24. {Nov.}, dessen tags vorher erfolgtes Ein-treffen der Brief am Anfang meldet, nicht weniger als elf Tage unterwegsgewesen wäre! l Vgl. oben S.344 Anm.3. 2 Vgl. oben S. 67 Anm. 3.

3 Ulrich Rehlinger; vgl. oben S.369 Anm.3.

4 Verfasser des berühmten .Tagebuchs": vgl. Welser 2 S.28ff.

6 Francesco Chieregati, Bischof von Teramo; vgl. über ihn Pastor 4, 2S. 88ff. « Matthäus Lang.