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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
347
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Nr. 214. 1521 Mai 26. 347

Berichtet zunächst kurz über die Schlußsitzung des Reichs-tages am 25. Mai sowie über die Ernennung Erzherzog Ferdinandszum. Statthalter und fährt dann fort:

Ich was des willens, auf morgen mit etlichen, die ich diserzeit der feder nit anhenken will, aufzusein; ist gewendt aus Ur-sachen, wie obstet. 1 So ich reifer nottirftig sein wird, will ichdarnach schreiben; 2 dergleichen wirf Ulm auch tun; 3 wir habenmit der hilf des Almachtigen anhangs gnug bis woll hinauf, diesach wurd sonst spitzig zugeen.

Es sein vill geschwinder practica vor äugen. Got der herrewoll all sach zum pesten schicken. Ich gedenk, der Franzoßwerde mit seinem entpören vill unru in Teutscher nacion, diesich sonst zugetragen hette, verhueten; 4 man tracht fast, um ge-raisig und fußknecht zu bestellen.

Es ist auch kai. Mt. verwilliget, das von wegen aller stendden Aidgenossen geschriben und antwurt begert werden soll; 6der poß wirf morgen auf die pan gericht.

Von meinem weckziehen schreib ich nit vill. Got der herre,als ich hoff, werd das zum pesten schicken. 6

1 Der Kaiser hatte bestimmt, daß vor Ablauf von vier Tagen niemandvon den Ständen abreisen solle.

2 Auf Peutingers (nicht erhaltenes) Sdireiben vom 18. Mai hatte derRat am 21. Mai geantwortet; wollen also zuschickung der pfard halben verrerbeschaid von euch gewarten und nachmals mit fursehung euer person zumgetreusten und besten handeln. 3 der Ulmer Gesandte Bernhard Besserer.

4 Vgl. dazu Peutingers Äußerung gegen den Venezianer Gesandten GasparoContarini, dem er nach dessen Bericht vom 24. Mai (PTA 2 Nr. 235 S.933) überdie dem Kaiser gewährte Reidishilfe u. a. sagte: che, se Sua M<* lo voräanchor 4 o 5 mesi („Rötnermonate') avanti, non ge serä denegato, et etiamal presente, sc el rc de Franza venirä contra la Germania o lochi dcpendentidal Imperio; . . . che a tuti questi principi despiaceva li movimenti Franzesicontra questa Mtä caes. . . . iste rex Francie e in causa per questi sui movi-menti contra caesarem che siamo stä concordi in queste resolution et de-Mberation noslrc, il che mai ho pensato, ma iudicato certo, dovessamo venira le arme tra nui. 5 RTA 2 Nr. 43.

0 Peutingers glüddidies Wiedereintreffen in Augsburg meldet der Ratam 15. Juni dem in Nürnberg weilenden Altbürgermeister Hieronymus Imhoff,der am 18. Juni zurüdisdireibt, er habe das gern gehört, da er nit wenigsorg auf im gehabt habe (Augsburg, StA; Literalien). Der Stadtsdireiber'war, wie aus dem Eintrag in den Augsburger Stadtredmungen für das Jahr1521 (fol. 139v) über das ihm am 2. Aug. ausgezahlte „Reitgeld" hervorgeht,