338 Nr. 209. 1521 April 19.
undertaniglich bevolhen hat. a Im besclilus sprach er die wort:Got kum mir zu hilf! Das erst mall, als er zu kai. Mt. hineinging, was ich auch fast fornen, sprach er laut zu mir: DoctorPeytinger, seit ir auch hie? Und am donerstag kam ich vor derverhör zu im zu hof, sprach er under andern frolich zu mir:Lieber doctor, was tun weib und kind? 1 Ich haben in nit änderstgefunden und gesöhen, dan das er guter ding ist. Was furteraus der sach wirt, muß man gewarten. a
Die wuchin ist nit sonders in reichssachen gehandelt, dandas kai. Mt. vergriff, die Ordnung des reichsregiment und camer-gericht betreffend, den stenden übergeben, 3 die den ubersöhenund ain supplication an kai. Mt. gesteh, mit beger, die sachenbei dem vergriff, wie die stend das regiment und camergerichtgestelt haben, beleiben zu lassen. 4 Wir von stetten hetten wollleiden mögen, das kai. Mt. vergriff furgangen wer. 1 '
Der beschedigeten 5 halben ist all sach dahin gericht, dasdie kaiserischen raet mit den stenden handien sollen.
Wir von stedten sein auch vor den churfursten erschinenund auf ain supplication, so die graven, herren und von adel
il Ursprüngliche Fassung des vorstehenden Satzes: in seinem absdiidvon kai. Mt. bevalh er sich der mit ainer hipschen red.b Der letzte Satz am Rande nadigetragen.
1 Luther hatte Peutinger während seines Aufenthaltes in Augsburg imOkt. 1518 persönlich kennen gelernt; am Abend des 9. Okt. war er bei ihmzu Gaste gewesen; vgl. Luthers Brief an Spalatin vom 10. Okt. 1518(Enders 1 Nr.98 S.239), wo er berichtet, daß der Stadtschreiber sich seineAngelegenheit ganz außerordentliah habe empfohlen sein lassen.
1 Vgl. zu Peutingers Bericht über Luthers Ankunft und Verhör, der nadiA. Wrede die Grundlage für zwei unmittelbar darauf erschienene gedruckteDarstellungen der Vorgänge abgegeben hat (s. RTA 2 Nr. 194, Vorbemerkung),die Parallelberichte in den RTA 2 (die widitigsten genannt ebd. S. 452). —Peutinger war auch bei den Verhandlungen zugegen, die von einem stän-dischen Ausschuß am 24. April in der Herberge des Erzbischofs von Triermit Luther geführt wurden (vgl. RTA 2 S. 561, 602f., 613) und unternahmam darauffolgenden Tage mit dem badischen Kanzler Dr. Hieronymus Vehuseinen letzten Versuch, den Wittenberger in zweimaligen Bespredmngen zurUnterwerfung unter die Entscheidung des Reichstages oder eines allg. Konzilszu bestimmen. Eine Äußerung Peutingers hierüber ist leider nidit erhalten.Über die sonstigen Berichte (RTA 2 Nr. 79,85,86) vgl. zuletzt Kalkoff S. 320 ff.
3 RTA 2 Nr. 16 und 23. 4 Ebd. Nr. 17.
6 Gemeint sind die bei Cronberg Überfallenen Kaufleute; vgl. Nr. 207.