286 Nr. 179. 1517 April 1.
179.Von Kaiser Maximilian. 1517 April 1. Turnhout.
Übersendet einen Wechselbrief auf Jakob Fugger zur Be-schaffung von Metall für die Grabmal-Brustbilder und füreinen silbernen Harnisch.
Wien, StsA: Reidisregistr. Bd. AA fol.20v. Absdir.
Gedruckt: IL Zimerman im JKSK 1 (1880) S. LXVIIIf. Nr. 422.
Ersamer gelerter lieber getreuer, 1 wir schicken dir hiemitainen wexelbrief, auf unsern rate Jacoben Fugkher lautend, wiedu sehen wirdest, und ist darauf unser bevelch, daz du ime zu-stundan denselben zustellest. Der wird dir dagegen dreissig markSilbers und vierzig zenten kupfers, darzue noch ainen wexel-brief auf Wendlen Ypphover zu Ynnsprugg 2 umb dreissig zentenkupfers, die unserm rate und hauscamerer daselbs, WolfgangenHaller, zue raichen, überantworten.» So ordnen wir dir erstlichdie obgemelten vierzig zenten kupfers auf die pilder, so wir dirhievor giessen zu lassen bevolchen haben. 4 Verrer die dreissigmark Silber maister Colman zu Augspurg auf den silbrin kuris,so er uns jetzo machen soll, 5 und guet rechenschaft gegen seinerquittung raichest und gebest, und dann den obgemelten wexel-brief auf den Yphofer, umb die obangezaigten dreissig zentenkupfers lautend, von dem bestimbten Fugker herausnemest undden furter gegenwirtigen unserm diener Hannsen Carl über-antwortest. Der hat alsdann verer von uns bevelch, denselbenwexlbrief beruertem unserm hauscamerer zuzepringen.
Dat. zu Turna am ersten tag aprilis anno etc. im 1517.
1 Der Empfänger des Briefes ist nicht mit Namen genannt, kann aber,wie schon W. Böheim im JKSK 12 (1891) S. 178 vermutete, nur Peutinger sein.
2 Faktor der Fugger; vgl. Jansen, Jakob Fugger d. Reiche S. 46 u. ö.
8 Die an Halter auszufolgenden 30 Zentner Kupfer waren für dasStandbild Kaiser Friedrichs III. am Grabmal Maximilians bestimmt; vgl. dessenBrief an Haller vom 1. April 1517 im JKSK 1 (1880) S.LIX Nr. 423.
4 Damit sind, wie aus Peutingers Schreiben an Westner (Nr. 183) hervor-geht, die 32 ehernen Brustbilder gemeint, die nach Maximilians ursprttnglidiemPlane ringsherum auf seinem Grabmal aufgestellt werden sollten, sdüießlidiaber weggelassen wurden und heute versdwllen sind; vgl. D. v. Sdiönherr,Gesch. d. Grabmals Kaisers Maximilian /., im JKSK 11 (1890) S. 140f. und 149.
1 Vgl. oben Nr. 168. Maximilian hat die Vollendung dieses Harnisdies,auf den nach W. Böheim (JKSK 12 S. 178f. und 14 S.339) vier ZeidinungenDürers zu Harnisditeilen aus dem Jahre 1517 zu beziehen sind, nidit mehr erlebt.