228 Nr. 135. 1513 Oktober 28.
wie wir ziehen sollen; dan die Straßen unsicher sein und nochniemand wissen hat, wa kais. Mt. aus wollen, die noch zu Ober-wesel l und zu ir erfordert haben Mencz und Pfalz, als man hiesagt. Wir warten stets auf die post; ob die aber auf datum nitkombt, wirden wir verreiten.
Kais. Mt. sollen in der von Worms acht ain anstand ge-macht haben; aber wie dem: die redelfuerer der gmein, ainschreiner und ain kursner, sollen über 40 gld. rein, nit vermögen,und verlaut, das die pfaffen daselbs vill haimlichs zulegens ge-tan haben, damit der alt rat und vill fromer leit aus Worms ge-wichen und vertrieben sein. Got erbarms, das die Stadt also inarmut komen soll. 2 Si haben auch von der gmeind daselbs genFranckfort, Speyr und an ander ort allein an die gmeind derselben stedt geschriben, zu besorgen, des willens, die selbenauch wider ain rat zu bewegen. Es ist allenthalben mue; Gotschick es zum besten etc.
Dat. auf aftermontag vor Simonis und Iudae anno 13. zuSpeyr. Peutinger.
135.
Von Michael Hummelberg. 1513 Oktober 28. (Ravensburg.}
Entschuldigt sein langes Schweigen. Rühmt den von BeatusRhenanus neu herausgegebenen Sentenzenkommentar des PaoloCortese. Bittet, ihm den Lukianischen Dialog „Convivium"sowie die Handschrift des Apuleius „de herbis", die er emen-dieren wolle, leihweise zu senden. Herausgabe der Visionender hl. Hildegard (v. Bingen) und der Mechthild (v. Hadteborn)durch I. Faber Stapulensis. Schatzgräberei der Bauern in All-mannsdorf.
Mündien. StsB: Cod. Lat.4007 fol.50rf. Absclir.Gedrudä: Lotter-Veith S. 175.
1 Der Kaiser war in Oberwesel vom 20.—25. Okt., er zog von da überBingen und Wiesbaden nach Frankfurt; vgl. V.v. Kraus im Arcti. f. oesterr.Gesch. 87 (1899) S. 295.
2 Über den Sturz des Wormser Rates durdi die Zünfte im Sommer 1513und die Folgen dieser Empörung vgl. 11. Boos, Gesdi. d. rhein. Städtekultur4* (1901) S. 121 ff.