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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
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183
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Nr. 108. 1513 Februar 13. 183

Allergnadigister herre, des ratsbrieve halben hette es nitsonder not, dan in demselben E. Mt. gnadig will und monungsoll meinem schwecher und mir wol und billich in aller under-tanigkait gefallen. Aber das E. kai. Mt. aus erzelter Ursache dengnadigen furdernusbrieve abgeschlagen, haben mein schweherund ich des merklich und gros beschwerd entpfangen, in an-söhung, das wir den änderst nit begert haben, dan allein dengenanten doctor Christoffen Welser bei babstlicher Heiligkait zufurdern, damit im in obgemelter spenniger sache das gepurendrecht und des furderlicher austrag gestadt, auch er darinne mitgefarlichem aufhalten nit verzogen werde.

Dweil dan solchs für sich selbs billich und recht ist, wiekonden sich dardurch E. kai. Mt. in dieser sach parteisch machen?E. kai. Mt. bedorfen auch darumb gar kein sorg tragen, das vonsolchs spans wegen gros widerwill und aufrur entstien solten,dan ain erber rat zu Augspurg sich diser sache nit beladen, ausder ursach, das doctor Cristoff zu Augspurg kein burger unddemnach der selb rat gedachtem capitul zu antwurt geben hat,er welle sich in diser sach gepurend und unverweislich halten, 1also on merklich verursachet das capitul zu Augspurg ganz freiund sicher. Doctor Cristoff Welser will und monung nie ge-wesen ist, wider gedachts capituls Statut zu handien, dan er nitzu Augspurg, sonder im burgerrechten zu Memingen geporn.So ist auf heutigen tag Anthoni Welser zu Augspurg auch nit

Hauptstaatsardiiv: Augsburg. Hochstift; Lit. Nr. 776 (korrigierter, wohl vomKapitel vorgelegter Entwurf).

1 Am 28. Aug. 1512 war eine Abordnung des Kapitels vor dem Rateerschienen und hatte angesichts des bevorstehenden römisdien Prozesses unterHinweis auf das zur Zeit obwaltende freundnadibarlidie Verhältnis zwischenDomgeistlichkeit und Stadt und auf die schädlichen Folgen, die ein Zwistzwischen beiden hervorrufen würde, gebeten, der Rat möge auf den altenAnton Welser und andere Verwandte Christophs einzuwirken suchen, daßsie Christoph, dem das Kapitel im Falle des Verzidites eine angemesseneEntsdiädigung zu bewilligen bereit sei, zur Nachgiebigkeit rieten; vor allemaber hatten die Gesandten des Kapitels den Rat ersucht, sich in den schwe-benden Reditsstreit nidit einzumischen. Der Rat willfahrte den ihm vor-getragenen Bitten. Anton Welser schrieb auch in dem gewünschten Sinnenadi Rom an seinen Sohn, erhielt aber, wie er dem Kapitel mit dem Aus-drucke seines Bedauerns mitteilte, eine abschlägige Antwort. Vgl. München,Hauptstaatsarchiv: Augsburg, Hodistift, Lit. Nr. 776.