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Konrad Peutingers Briefwechsel
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182
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182 Nr. 108. 1513 Februar 13.

Allerdurchleichtigister, grosmachtigister kaiser, allergnadigisterherre, als von E. kai. Mt. mein vetter Anthoni Rem 1 jetzo wideranheim komen ist, hat er mich bericht, wie dan E. kai. Mt. canzler,mein herr von Sernthein, mir auch geschrieben, 2 das E. kai. Mt.auf meins schwehers Anthoni Welsers anruffen E. kai. G. nit ge-legen sein welle, auf das mal meinem schwager doctor CristoffenWelser, dombrobst zu Regenspurg, ainichen rats- noch furdernus-brieve an babstlich Heiligkait zu geben, dweil die irrung, zwischensein und dem domcapitul zu Augspurg sich haltend, zu Augs-purg merklich aufrur und Widerwillen geberen mochten, derhalben E. kai. Mt. sich parteisch machen; demnach inen als Ro-mischem kaiser geburte, in den einsechung zu tun, die selbenWiderwillen und aufrur zufurkomen; wollten also aus gnadenselbs in der sache guetlich handien und gnadigen fleis ankeren,die zu vertragen 3 etc.

Schreiben (Nr. 109f., 117f., 121) sei nadi den einschlägigen Urkunden undAkten im Münchener Hauptstaatsarchiv (namentlidi Augsburg, Hochstift,Urk. Fase. 640 f. und Lit. Nr. 776) und im Augsburger StA (Welser-Selekt)Folgendes vorausgesdiiakt: Christoph Welsers auf Grund der ihm von Julius II.erteilten Provision (s. Nr. 93) erhobene Forderung, ihn von der durch denTod Johanns von Knörlngen erledigten Augsburger Domherrnpfrunde Besitzergreifen zu lassen, war am 12. Jan. 1512 vom Kapitel unter Berufung aufdas von Sixtus IV. und Innocenz VIII. bestätigte Statut über den Aussdilußvon Augsburger Bürgersöhnen (vgl. S. 1 Anm. 2) zurückgewiesen worden.Darauf erwirkte Welser in Rom eine päpstlidie Bulle, die jenes Statut außerKraft setzte, und ein monitorium poenale an das Kapitel, das ihn ermächtigte,die Besitzergreifung der Pfründe nötigenfalls durdi geistlidie Strafen zu er-zwingen. Am 23. Aug. ließ er durch seinen Anwalt vor Notar und Zeugenseinen Ansprudi erneut geltend madien. Das Kapitel verharrte auf seinemWiderstände und appellierte nach Rom, wo nun in der Angelegenheit einProzeß an der Rota eröffnet wurde. Finige weitere Finzelheiten s. in denFrlüuterungen zum Texte der Briefe.

1 Seit 1512 als Gatte der Ursula Welser Sdiwiegersohn Anton Welsers;vgl. Welser 1 S. 141. a Nicht erhalten.

1 Maximilian, der in dem Streite tatsädüich auf Seite des Kapitels stand —er hatte sich im Sommer des Vorjahres in einem Sdireiben an Julius II. fürden Schutz der Privilegien und Statuten des Domstifts verwendet ■—, bat amgleichen Tage, an dem Peutingers Gesudi an ihn abging, auf Ersuchen einervor ihm in Speier erschienenen Gesandtsdiaft des Kapitels den Papst, imHinblick auf ein von ihm durch Sdireiben an beide Parteien anberaumtesSdiliditungsverfahren den römischen Prozeß so lange zu hemmen, bis er überdas Ergebnis jener gütlichen Verhandlungen Nadiridit erhalten habe; München,