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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
163
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Nr. 100. 1512 September 1. 163

100.

An Kaiser Maximilian. 1512 September 1. Augsburg.

Hat auftragsgemäß die Erklärungen des VenezianisdienGesandten Francesco Capello auf die vom Kaiser gegen dieSignorie erhobenen Vorwürfe zu Landshut im Beisein HerzogWilhelms von Baiern angehört; übersendet eine von Capello ver-faßte italienische Niedersdirift dieser Erklärungen samt einervon ihm selbst gefertigten deutschen Übersetzung. Weitere Ge-spräche mit dem Venezianer an der herzoglichen Tafel; der jungeHerzog Ernst von Baiern. Rät dem Kaiser, über die AbsichtenVenedigs durch eine Vertrauensperson insgeheim Erkundigungeneinzuziehen. Sorge für die Siclierheit des von Herzog Wilhelmüber Salzburg und Lienz abgefertigten Gesandten. HeimkehrPeutingers über Freising. — Hat die ihm angeblich durch MatthäusLang und Seb. Sprenz übermittelten Münzen niclit erhalten.Arbeiten für die „Genealogie". Bitte um Bezahlung der ihmdadurch und durch die Reise nach Landshut erwachsenen Kostensowie seines Dienstgeldes für die letzten zwei Jahre.Augsburg, StA: Peutinger, Entw.

Allerdurchleichtigistergroßmechtigisterkeiser,allergn.herreefc,E. kais. Mt. fuege ich in aller undertanigkeit zu verneinen, dasmir durch zuschickung E. kais. G. trugsaessen Hansen Jacobenvon Landau» auf den 21. tag augusti nächst verschinen ain E. kais. G.schriftlicher bevelhe, des dat. Stadt zu Colen auf den sibendentag gedachts monats, zukomen ist, des inhaltung, das ich aufdie zeit, die mir der gnant von Landau und E. Mt. herold Tirolanzaigen werden, bei E. kais. G. vettern herzog Wilhalm inPayren etc., meinem gn. herrn, erscheinen, die Venedisch potschaftFranciscum Capellam verhören helfen und, was der anpring,E. kais. G. auf der post zuschicken solle. 2 Und dweil aber mir

1 Sohn Hansens v. Landau (vgl. oben S. 18 Annt. 3); vgl. über ihn dieZimmerische Chronik in der Bibl. d. Lit. Ver. 94 S. 346 ff.; (A. Steidiele-)A. Sdiröder, Das Bistum Augsburg 6 (1896—1904) S. 595f.

2 Dem auf der Reise nadi England begriffenen Venezianisdien GesandtenFrancesco Capello war, während er in Ulm auf den kaiserlichen Gelcitbricffür die Weiterreise wartete, durdi einen Herold Maximilians (der damals aufdem Reichstage in Köln weilte) eine umfangreiche Anklagesdirift mit 14 Vor-würfen des Kaisers gegen die Signorie und zugleidi die Weisung überbracht

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