Nr. 86. 1511 Januar 13. 137
ad coenani ire, sed hac nocte nescio quid morbi sive defluxusin coxis pedis dextri exortus est, me miris modis excruciavit.Coactus sum, venam aperire et iam melius habeo. Quamprimummihi integrum erit, ad te volabo, quo in loco ubi ero, in ipsoParnasso [nie] esse videor. Ego ad summum die Lunae 1 hinc abibomagis invitus quam volens. Tarnen te prius adibo. Vale patriaedecus et vetustatis amator optime et me tibi conmendatum habenee aegre feras ineptias. Adderem libello tuo rusticitatem meam,si triviali gauderes moneta.
Vale ex aedibus hospitis mei 4. non. ian. 1511.
86.An Sigmund von Rorbach. 1511 Januar 13. {Augsburg.}Politische Neuigkeiten.Augsburg, StA: Peutinger. Entw. — Adr.: Dem edlen gestrengen herrenSigmunden von Rorbach, Ro. kais. Mt. und des Reichs Hauptmann zu Regens-purg etc., meinem in sonder lieben herren.
Kais. Mt. ist noch zu Friburg, und kau man nit gewissen,wa der reichstag werden soll. Woll ist abermalen hergeschribenworden, etlich kurfirsten und firsten sollen zu S. Mt. gen Speyrkomen. Umb Beren stedt es noch fast woll. 3 Der babst ist ausBononia gen Ravenna gezogen; 4 vermeinen etlich, er werde derFranzosen, die in großer merklicher anzall in Italia ziehen, niterwarten. Wes sich die Aidgenossen auf der heiligen trei kunigtag nächst verschinen entschlossen haben der ainung oder ver-standts halben, von kais. Mt. und dem kunig von Frankreichbegert, 8 hab ich bisher noch nit erfaren mögen etc.
Dat. an der heiligen kunig achtenden anno etc. 11.
1 6. Jan. s Der Anfang des Briefes betrifft die Reidislülfsgelder.
3 Über die Behauptung Veronas für den Kaiser im Winter 1510111 vgl.Ulmann 2 S. 417 f. ' Julius II. hatte am 2. Jan. 1511 Bologna
verlassen und sidi zunädist ins Feldlager vor Mirandota begeben: nachRavenna ging er erst Mitte Febr. Vgl. Pastor 3* S. 659ff.
5 Die Bündniswerbung Ludwigs XII. hatten die Eidgenossen auf ihrerlagung abgelehnt; dagegen sdiloß die Mehrheit der Kantone wenige Wodienspäter (7. Febr.) mit Maximilian als dem Haupte des Hauses Oesterreidx-Burgund eine „Erbeinigung" zur dauernden Herstellung des Friedens. Vgl.Dierauer 2 2 S.461.