46 Nr. 25. 1504 Dezember 11.
lieber herr doctor, ich pin in Gott guoter hofnung, E. W. seiemitsampt den geferten wol und mit lieb an der Ro. ku. Mt. hoffchomen 1 und befinden euch aldar in guter wolmigender gesont-hait. Seien hier auch ale in zimlichen guoten wesen. Gott seigelopt! Der welle uns durch sein gnädig fredenreiche zuokonftund mentschwerdong in allen guoten bestetten.
Wierdiger und lieber herr doctor, mir ist auf 9. dec. ainbrief von Anttorf 2 zuochomen von den unsern aldar, die erbarcompagnia 3 antreffend; meldend uns under anderm, als ir imauszug darvon 1 hierin abnemen migt, nemlich etlicher sorgfeltig-kait halben, so uns enspringen ist vom hinsenden unsrer silbervon dann gen Ulixbona. 8 Dan, als ir in gemelter copia hierinverstaun migen, es vom prinzen verpotten ist, ainig silber ausSeiner Gnauden land ze fieren. Nun were unser fleissig und ernst-lich gepett an E. W., ir uns (wa es mit ainchem fuog geseinmecht) von Ro. ku. Mt. ain furdernusbrief erlangten und impet-trierten an herzogen Philips 6 aufs formlichest, als dan E. W.fil paser waist, weder wiers angeben kinden, das unsere silber,
1 Nadi Innsbruck. Die Augsburger Stadtredinungen erwähnen unter dem7. Dez. 1504 einen Ritt Peutingers dorthin, wo er dem Rate die königlicheVollmadit zur Hinriddung zweier Mörder erwirkte, die nach AugsburgerStadtredit nodi nidit das straffähige Alter erreicht hatten; vgl. darüber ChDSt23 S. 108ff. 5 Antwerpen. 8 Die Weiser-Gesellsdiaft.
4 Wortlaut der Beilage: (Auszugains briefs aus dem Nidcrland von Anttorff,dat. 18. noff., in Augspurg enpfangen auf 9. dec. 1504: Ersam lieb herren, irband vor wissen, daz stetz verpotten ist, silber aus disen landen zc fieren.Und seider silber aus dem schiff hulka, als ir wist, geraupt, ist das land vol,die Teutsclien fieren nichtz dann silber; und haut man schonn etliche gietcrzuo Zirichsea (Zieriksee in Seeland), kisten und mer guot, das verdechtiggewest ist, geöffnet; haut der Balgin silber gesuocht, und wan si also etwzfendent, were es aun gnaud verloren. Zuo Zirichsea gaut es biebisch zuo.Sollichs ist von Armua minder ze sorgen, dann da. — Nun aus solcher undmer ursach wer guot, man hette auf solchs fürsorg, von herzog erlauptnuszu erlangen, daz wir silber durch und aus seim uff land und wasser fierenmechten; dann wier es doch in der mainong in dis land fieren, das wir eswider daraus fieren wollen, und wier kauften es hie in sein landen nit. Wz iruns, lieb herren, rauten deshalb, laund uns wissen. Man mecht von Ro. k. Mt.befelhbrief zuwegen pringen an herzog Philips, das kain frumer Kaufman vonTeutscher Nazion aus dem Obernland, under dem adlcr gesessen, nit ersuoclitwurd oder dergeleichen etc., für uns und unser geselschaft alain procurierenlaussen. 5 Lissabon. 6 Erzherzog Philipp der Sdiöne von Burgund.