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2 (1912) Biographische Nachträge und Ergänzungen. Zusammenfassende Darst. Matrikeltext 1646 - 1695
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1176 VI. Zahl der Immatrikulierten. Frequenz.

neue, vom Kaiser oder Landesherrn geadelte Geschlechtermit bürgerlichen Namen erscheinen.

Der vorhin erwähnte princeps war Fürst Joh. AlhertRadziwil aus Polen, der 16061608 die Humanität undRhetorik besuchte. Er brachte nach Dillingen noch zweiandere Nobiles Poloni mit, die mit ihm in der gleichenKlasse studierten. Außerdem hatte er noch einen Hof-meister, einen Instruktor und 9 oder 10 Diener. Vonspäter geforsteten Geschlechtern sandten mehrmals ihreSöhne nach Dillingen die Hohenzollern und Fürsten-berg. Die Studierenden vom höheren Adel hatten häufigeinen Hofmeister (paedagogus, moderator, inspector oderpraefectus) bei sich, bisweilen noch einen eigenen Instruk-tor (praeceptor), desgleichen einen oder mehrere Diener(famulus, cubicularius). Der Diener war in der Regel auchein Studierender, entweder ein Gymnasist oder ein Kan-didat der Philosophie. Nur ausnahmsweise gehörte derDiener den Nichtstudierenden an 1 ).

Die Adeligen wohnten teils im Konvikt, teils in derStadt bei Bürgern, die turstbischöflichen Pagen (ephebi)hatten ihre Wohnung im Schloß. Über das äußere Lebender Adeligen erfahren wir wenig. Von zwei polnischenGrafen, Nikolaus und Franz Danilowicz (1623, 144. 145),deren Vater als supremus Regni Poloniae thesaurarius be-zeichnet wird, heißt es, daß sie eine eigene Küche hattenund auf großem Fuße lebten victitarunt propria culinamagnis sumptibus (S. 571). Auch andere Adelige scheinenin Dillingen gut gelebt zu haben. In der Amtsrechnungdes Obervogts zu Weissenstein findet sich die Bemerkung:»den 13. Juni 1654 an Herr Balthasar Ferdinand Freiherrvon Hornstein für seinen zu Dillingen studierenden Sohn3 vaß Wein allhie durchführen lassen«. Und der Priordes Klosters Roth, Vitus Emer (?), schreibt an FreiherrnVeit Ernst von Rechberg, d.d. Roth 8. Oktober 1644: »die-weilen des Anton von Gall Vater (der 1611, 172 immatr.Joh. Ludwig von Gall) ein alter näckerischer und vielleicht

») G. U. D. 387.