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2 (1912) Biographische Nachträge und Ergänzungen. Zusammenfassende Darst. Matrikeltext 1646 - 1695
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1164 V. Alter, Heimat und Standeszugehörigkeit der Studierenden.

(alten) Sinne verstehen. Und was die kirchliche Einteilungbetrifft, so gehörte der Diözese Augsburg, welche damalsauch Teile von Württemberg und Tirol umfaßte, wie siedamals und gegenwärtig auch Teile von Oberbayern undMittelfranken umfaßt, verhältnismäßig der größte Teil derStudenten an. Ihr am nächsten stehen die Diözesen Kon-stanz, Eichstätt, Regensburg, Freising, Brixen, Trient, Chur.Damit ist zum Teil auch schon angedeutet, aus welchenLändern die Dillinger Studenten vornehmlich stammten.Das größte Kontingent stellen außer den Schwaben dieBayern, Franken, Tiroler, Schweizer mit Einschluß der Grau-bündener und Walliser, die Elsäßer, Österreicher, Württem-berger, Polen. Die letzteren besuchten die UniversitätDillingen von der Zeit an, als sie den Jesuiten übergebenwurde, genauer von 1564 an 1 ), und kamen dann mit we-nigen Unterbrechungen bis zum Jahre 1625. Von da anbegegnen uns keine Polen mehr. Die Ursache ihres Aus-bleibens ist nicht recht klar.

Es verlohnt sich übrigens doch nach diesen allge-meinen Bemerkungen etwas mehr ins einzelne einzugehen.Der Gründer des nachmals zur Universität erhobenen Col-legium S. Hieronymi, Kardinal Otto, Bischof von Augs-burg, verfolgte zunächst die Absicht, eine Lehr- undErziehungsanstalt zu schaffen, in welcher ein tüchtigerKlerus herangebildet werden sollte, der geeignet wäre, demFortschreiten der Glaubensneuerung Einhalt zu tun, daskatholische Volk im alten Glauben zu erhalten und sittlichzu heben. Allein der gute Fortgang, den die neue Anstaltnahm, bestimmte den Gründer, das Ziel weiter zu steckenund aus dem bisherigen Kollegium eine Hochschule zumachen, an welcher auch solche eine höhere Bildung em-pfangen sollten, die sich nicht dem geistlichen Stande zuwidmen gedachten. In diesem Bestreben wurde er vondem katholischen Adel Schwabens unterstützt, der seineSöhne gerne nach Dillingen zur höheren Ausbildung schik-ken wollte. Von derselben Absicht geleitet, gliederte der

l ) Raphael Lyesnowky (1651, 194) dürfte wohl auch ein Pole sein.