V. Alter, Heimat und Standes/.ugehörigkeit der Studierenden. 116:4
stellen, welchem die Studierenden angehörten. Zunächstist in dieser Beziehung zu bemerken, daß die DillingerMatrikel die Immatrikulierten nicht nach dem kirchlichenGesichtspunkte, nämlich nach Diözesen, ausscheidet 1 ) wiedie Matrikeln von katholischen Universitäten der früherenZeit ■/,. B. Freiburg i. Br. 2 ), sondern nach dem geogra-phischen bezw. politischen Gesichtspunkte, also nach Län-dern oder Herrschaftsgebieten. Es dürfte nun wohl vorallem interessieren, aus welchen Ländern überhaupt dieDillinger Studenten kamen. Darum sollen nunmehr dieNamen der Länder, wie sie die Matrikel oder andere Quel-len, besonders der Promotionskatalog, angeben, angeführtwerden. Ich halte dabei die alphabetische Ordnung ein:Acronianus (Bewohner am Bodensee), Algoius, Almangavus,Alsata, Austriacus, Bavarus, Belga, Bohemus, Borussus(Prussus), Brabantus (Brabantinus), Burgundus, Campanus,Carinthius (Kärnten), Carueolus (Krain), Flander, Franco,Gallus, Geldrius, Germanus inferior, Grecus, Griso(n) (Grau-bünden), Hannonia (Hennegau, belgisch französische Land-schaft), Hassus, Helvetius (Helvetus), Hispanus, Italus,Lituanus, Livonia, Lotharingus, Marchio Badensis, Misnensis (Meissen), Moravus (Mähren), Polonus, Rauracus (Nord-westschweiz), Rhaetus (Graubünden, Teile von Tirol), Rhe-nanus, Sabaudus (Savoyen), Saxo, Sequanus (der an dieSchweiz grenzende Teil Frankreichs), Silesius, Stirius (Steier-mark), Suevus, Surlandus, Tiringus, Tirolensis, Transsil-vanus (Siebenbürgen), Turca, Tuscus (Italus), Vallesianus(Wallis), Venetus, Voitlandia, Westphalus, Wirtenbergicus.Es ist klar, daß die hier genannten Länder in derMatrikel und in anderen Quellen (Gatalogi studiosorum,Catalogi convictorum, Catalogus promotorum) ungleich ver-treten sind. Am stärksten vertreten ist natürlich Schwa-ben, mögen wir das Wort im engeren oder im weiteren
i) Die Angabe der Diözese bildet in der Dillinger Matrikel dieAusnahme, z. B. 1551, 223: Kmoniensis dioces., 1564, 120: Bavarusdloc. Augustanae, 1597, 80: Polonus dioec. Leopoliensis, 1611, 89: exBistad. dioec. Ein weiteres Beispiel oben S. 1161.
2) Vgl. Mayer, Einleitung LXXII.