1154 IV. Voll/.ug der Immatrikulation.
pographi praesentes iurarunt obedientiam aeademiae etR. P. magnifico rectori 1 ). Aus dem eben Angeführten er-hellt klar der Zweck der Immatrikulation der akademischenBuchdrucker: sie sollten damit als Untergebene der Aka-demie erklärt und der akademischen Privilegien teilhaftgemacht werden.
Indem die Universität Dillingen die im Dienste ade-liger Studierenden oder der Akademie Stehenden immatri-kulierte, tat sie nur, was anderswo auch Brauch war. Dennwie Eulen bürg 2 ) darlegt, wurden außer den Studentenauch die Hofmeister und andere Bediente von Adeligen,die Pedelle, Buchdrucker, Buchführer und Buchbinder im-matrikuliert, und dazu kamen im eleganten 18. Jahrhundertnoch Tanz- und Musikmeister, Sprachlehrer, Exerzitien- undFechtmeister, die alle zu den Universitätsverwandten zählten.Alle diese wollten wenigstens an den akademischen Privi-legien teilnehmen und ließen sich darum immatrikulieren.
Es ist bereits gesagt worden, daß sowohl Akademikerals auch Gymnasisten immatrikuliert wurden. Die Imma-trikulation dieser beiden Klassen von Studierenden fandaber nicht getrennt statt, vielmehr gehen Akademiker undGymnasisten in der Matrikel durcheinander. Man nahmeben die Immatrikulation in der Reihenfolge vor, wie dieStudierenden ankamen. Doch kann man sehen, daß indem späteren Teile der Matrikel zu gewissen Zeiten, ins-besondere vor Beginn oder beim Beginn des Schuljahresbald mehr Gymnasisten bald mehr Akademiker immatri-kuliert sind. Ja in manchen Jahren sind die Gymnasistenklassenweise inskribiert (mit Ausschluß der Akademiker),z. B. die Prinzipisten 1620 (S. 599 f.), die Rudimentisten1628 (S. 630) und 1650 (S. 731 f.), die Humanisten, Syn-taxistae maiores, Syntaxistae minores, Grammatistae und
') Der >Eid der akademischen Buchdruckerc sowie die »eidlichenVersprechungen des akademischen Buchdruckers und seiner Gehilfen<.G. ü. D. 650 Nr. 19. 20.
' 2 ) Die Frequenz der deutschen Universitäten, Leipz. 1901, S. 20.Vgl. weiter Paulsen, Hist. Zeitschr. von Sybel B. 45 (1881) S. 291 ff.