1136 IL Vorschriften über die Immatrikulation.
sich im Laufe der Zeit mancher Unfug, ja sogar körper-liche Züchtigung eingeschlichen zu haben scheint, in Dil-lingen aller Wahrscheinlichkeit nach ganz aufgehört 1 ). So-lange sie indes üblich war, wurde auf deren Vollzug be-standen. Auch der Ariel mußte sie sich gefallen lassen.Es mag freilich vorgekommen sein, daß manche der De-position sich zu entziehen suchten, teils weil sie ihnennicht gefiel, teils weil sie die Gebühren scheuten. Aberdieses Weigern hatte keinen Erfolg. Wir haben gleicheingangs (S. 1115) vernommen, daß einige Bewerber umdas Magisterium (Doktorat) der Philosophie, die in Augs-burg die Philosophie gehört hatten, auf Verlangen derübrigen Kandidaten der Deposition sich unterziehen muß-ten. Nur in einem Falle unterblieb die Deposition, wennnämlich ein Studierender anderswo bereits deponiert wor-den war. Dalier öfters bei einem Eintrag der Vermerk:alibi depositus. Sonst gab es keine Ausnahme. Die Zu-sammengehörigkeit von Deposition und Inskription (Imma-trikulation) kommt in der Matrikel selbst zum Ausdruck,indem es öfters heißt: depositi et inscripti sequentes (z.B. 1642, S. 706) oder: depositi et ad matriculam relati etinscripti sunt (1694, S. 1025). Daher auch in den Acta Uni-versitatis manchmal Einträge wie folgender (zum 18. Okt.1695): ad academiam accessit, praevia depositione in ma-triculam relatus . . . Franc. Sigism. 1. b. de Albertis. Bis-weilen liest man in der Matrikel bloß depositi (1640, S.697) oder bloß inscripti (1640, S. 700). Das ist natürlichnicht im ausschließlichen Sinne zu verstehen. Es kamauch vor, daß dann und wann einer nur nach Dillingenkam, um sich deponieren (und immatrikulieren) zu lassen,darauf aber sich sofort wieder entfernte, also ohne Lek-tionen zu hören. Daher öfters Bemerkungen wie folgende :
i) Siehe das Genauere G. U. D. 177. 649 (hier die deutsche undlateinische Formel bei der Deposition). Vgl. weiter Kaufmann,Die Geschichte der Deutschen Universitäten, Stuttg. 1888/96, II. 232 f.Die Literatur über die Deposition am vollständigsten angegeben inder Bibliographie der deutschen Universitäten von Er man undHörn, B. 1 (Leipz. 1904) 572 ff.