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Der Tod in Venedig : Novelle
Entstehung
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und träumte ins Blaue, während Meine Weifen, die anfiefen,feine Zehen badeten. Sein honigfarhenes Maar fchmiegte fichin Ringefn an die Schfäfen und in den Maden, die Sonne er-feuchtete den Tlaum des oberen Rückgrates, die feine Zeichnungder Rippen, das Gfeichmaß der Bruft traten durch die hnappeUmhüllung des Rumpfes hervor, feine Achfefhöhfen waren nochgfatt wie hei einer Statue, feine Kniehehfen gfänzten, und ihrhfäufiches Geäder fieß feinen Körper wie aus Marerem Stoffegehifdet erfcheinen. Welch eine Zucht, welche Präzißon des Ge*danhens war ausgedrücht in diefem geftrechten und jugendlichvoilhommenen Leihe! Der ßrenge und reine Wide jedoch, der,dunhef tätig, dies göttliche Bifdwerh ans Licht zu treiben ver-mocht hatte, ~ war er nicht ihm, dem Künfifer, hehannt undver-traut? Wirhte er nicht auch in ihm, wenn er, hefonnener Leiden-fchafi vod, aus der Marmormaffe der Sprache die fchlanbe Torrnbefreite, die er im Geifie gefchaut und die er als Standbild undSpiegelgeifiiger Schönheit den Menfchen darftedte?

Standbild und Spiegel! Seine Augen umfaßten die edle Ge-ßalt dort am Rande des Blauen, und in aujfchwärmendem Ent-züchen glaubte er mit diefem Blich das Schöne felhfi zu begrei-fen, die Torrn als Gottesgedanhen, die eine und reine Vodhom-menheit, die im Geifie lebt und von der ein menjchliches Abbildund Gleichnis hier leicht und hold zur Anbetung aufgerichtetwar. Das war der Raufch; und unbedenklich, ja gierig, hieß deralternde Künßler ihn widhommen. Sein Geiß hreiße, feine Bil-dung geriet ins Waden, fein Gedächtnis warf uralte, feiner Ju-gend überlieferte und bis dahin niemals von eigenem Teuer be-lebte Gedanken auf. Stand nicht gefchriehen, daß die Sonneunfere Aufmerkfamkeit von den intedehtueden auf die ßnnlichenDinge wendet? Sie betäube und bezaubere, hieß es, Verftand

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