Personal zu gehören. Thamar verachtete diese. Kaum warsie belehrt, so wollte sie, — oder richtiger: sie hatte Beleh-rung genommen, um zu erfahren, was sie wollte und nichtwollte. Sie wollte nicht abseits wimmeln. Recht auf die Bahnwollte dies Landmädchen sich bringen, die Bahn der Ver-heissung. Von der Familie wollte sie sein, sich einschaltenmit ihrem Schoss in die Geschlechterreihe, die in die Zeitenführte zum Heil. Sie war das Weib und Verkündigung warihrem Samen geworden. Eine Vor-Mutter Shilohs wolltesie sein.
Nichts mehr und nichts weniger. Fest standen die Faltenzwischen ihren samtenen Brauen. Schon drei Bedeutungenhatten sie, — es konnte nicht fehlen, dass sie noch eine vier-te annahmen: diejenige zornig neidvoller Geringschätzungfür Schua’s Tochter, das Weib Jehuda’s. Dieser Trulle, dieauf der Bahn war und an erlauchtem Platze, so ohne Ver-dienst und Wissen und Willen (denn Wissen und Willenrechnete Thamar als Verdienst), — dieser der Geschicht-lichkeit gewürdigten Null also wollte sie nicht im gering-sten wohl, sondern hasste sie, ganz ohne es vor sich selbst zuverbergen, aufs weiblichste, und hätte ihr, wiederum ohnees sich selbst zu verhehlen, den Tod gewünscht, wenn dasnoch Sinn gehabt hätte. Es hatte aber keinen, weil jene demJuda ja schon drei Söhne gebracht hatte, sodass sie diesenallen dreien den Tod hätte wünschen müssen, damit dieLage hergestellt und wirklich der Platz für sie frei gemachtsei an der Seite des Erben. Als solchen liebte sie Juda undbegehrte sein — es war die Liebe des Ehrgeizes. Nie hatwohl — oder hatte bis dahin — ein Weib einen Mann so