und seiner Berufenheit leidige — Wirklichkeit, — und wiehätte er also nicht an sie glauben sollen? Er opferte ihrnicht, — nicht im engeren Sinne des Wortes, das heisst:nicht Ochsen und Milchlämmlein verbrannte er ihr. Aberzu leidigeren, leidenschaftlicheren Opfern hielt ihr grausa-mer Speer ihn an, Opfern, die er nicht gerne, nicht heite-ren Herzens, brachte, sondern nur unterm Zwang der Her-rin; denn sein Geist lag mit seiner Lust in Widerstreit, under löste sich aus keiner Hierodule Armen, ohne sein Hauptin Scham zu bergen und aufs schmerzlichste an seinerTauglichkeit zur Erberwählung zu zweifeln.
Seit sie nun miteinander Joseph aus der Welt geschafft,hatte Juda begonnen, die Plagen Aschtarti’s als eine Strafeanzusehen für seine Untat; denn sie steigerten sich, um-gaben ihn von aussen wie sie ihn von innen zwackten, undes ist kaum anders zu sagen, als dass der Mann seitdem inder Hölle büsste, — in einer der Höllen, die’s gibt, der Ge-schlechtshölle.
Mancher wird denken: das kann die schlimmste nichtsein. Aber wer so denkt, der kennt den Durst nach Reinheitnicht, ohne welchen es freilich gar keine Hölle gibt, wederdiese noch sonst eine. Die Hölle ist für die Reinen; das istdas Gesetz der moralischen Welt. Denn für die Sünder istsie, und sündigen kann man nur gegen seine Reinheit. Istman ein Vieh, so kann man nicht sündigen und spürt vonkeiner Hölle nichts. So ist’s eingerichtet, und ist die Hölleganz gewiss nur von besseren Leuten bewohnt, was nichtgerecht ist, aber was ist unsre Gerechtigkeit!
Die Geschichte von Judas Ehe und der seiner Söhne
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