freit hatten, war nicht seine Schuld, - er konnte von sichsagen, dass er vergleichsweise löblich dastehe in dieser ver-fluchten Sache, da er den Jungen hatte wollen davonkom-men lassen.
Dennoch ging ihm das Verbrechen ärger nach, als de-nen, die gamichts zu ihrer Reinigung hätten anführen kön-nen, —wie denn auch nicht? Verbrechen sollen lieber nurStumpfe begehen; es macht ihnen nichts, sie leben ihrenTag hinterdrein, und nichts geht ihnen nach. Das Böse istfür die Stumpfen. Wer auch nur Spuren von Zartheit auf-weist, der lasse seine Hand davon, wenn er irgend kann,denn er muss es ausbaden, und nützt ihm nichts, dass erGewissen bewiesen hat in solcher Sache: bestraft wird ergerade um seines Gewissens willen.
Dem Juda ging die an Joseph und an dem Vater began-gene Tat entsetzlich nach. Er litt an ihr, denn er war zumLeiden befähigt, wie seine Hirschaugen und ein bestimm-ter Zug um die feinen Nüstern, die vollen Lippen unsgleich vermuten Hessen, und sie schuf ihm viel Fluch undstrafendes Übel,— oder vielmehr: was er an Lluch undÜbel erlitt, das schob er auf sie und sah’s als Vergeltung anfür das Begangene, das Mitbegangene, — was nun wiedervon einem seltsamen Hochmut des Gewissens zeugt. Denner sah ja, dass die anderen, Dan, oder Gadiel,oder Sebulun,von den wilden Zwillingen nicht zu reden, frei ausgingen,dass es ihnen garnichts machte und sie nichts zu büssenhatten, was ihn auf den Gedanken hätte bringen können,dass seine eigenen Plagen, die mit sich selbst und die mitseinen Söhnen, vielleicht dem Begangenen oder Mitbegan-