— diese schlichte und harte Lehre hatte seine vierzehn-jährige Seele bereits vom Leben entgegengenommen;und er war so geartet, daß er solche ErfahrungenWohl vermerkte, sie gleichsam innerlich aufschrieb undgewissermaßen seine Freude daran hatte, ohne sichfreilich für seine Person danach zu richten und prak-tischen Nutzen daraus zu ziehen. Auch war es somit ihm bestellt, daß er solche Lehren weit wichtigerund interessanter achtete, als die Kenntnisse, die manihm in der Schule aufnötigte, ja, daß er sich währendder Unterrichtsstunden in den gothischen Klasscnge-wölben meistens damit abgab, solche Einsichten bisaus den Grund zu empfinden und völlig auszu-denken. Und diese Beschäftigung bereitete ihm eineganz ähnliche Genugthuung, wie wenn er mit seinerGeige (denn er spielte die Geige) in seinem Zimmerumherging und die Töne, so weich, wie er sie nur her-vorzubringen vermochte, in das Plätschern desSpringstrahles hinein erklingen ließ, der drunten imGarten unter den Zweigen des alten Wallnuß-baumes tänzelnd emporstieg . . .
Der Springbrunnen, der alte Wallnußbaum,seine Geige und in der Ferne das Meer, die Ostsee,deren sommerliche Träume er in den Ferien be-lauschen durfte, diese Dinge waren es, die er liebte,mit denen er sich gleichsam umstellte, und zwischendenen sich sein inneres Leben abspielte, Dinge, derenNamen mit guter Wirkung in Versen zu verwendensind und auch wirklich in den Versen, die TonioKröger zuweilen verfertigte, immer wieder erklangen.