Ldsnia; Mann-
Der kkeine Herr Lriedemann.
Novellen. Geh. lN. 2 .—, geb. M. z.
Stimmen der Presse:
„Der kleine Herr Friedemann" von Thomas Mann, umfaßtsechs Novellen und Skizzen. Es ist schwer zu sagen, welchemdieser Stücke der Vorrang gebührt. Jedes ist in seiner Artvollendet und wenn, wie es scheint, der Autor ein domo novu3in der Litteratur ist, so darf man Höchstes von ihm erwarten.Das Leben als eine Begrenztheit, über die wir immerfort, abervergeblich Herr zu werden suchen, ist eine stete Enttäuschung, diewir nur durch den „Willen zum Glück" überwinden. „Ist esnicht die beste Art, von der Erde und vom Leben abzusehen?Vielleicht ist es verzeihlich, daß ich es mir dabei angelegen seinlasse, mir meine Ahnungen wenigstens zu wahren? Von einembefreiten Leben wenigstens zu träumen, in dem die Wirklichkeitin meinen großen Ahnungen ohne den quälenden Rest der Ent-täuschung aufgeht? Bon einem Leben, in dem es keinen Horizontmehr giebt? ..." so heißt es an einer Stelle. Und trotz diesesGrundthemas, das durch das ganze Bändchen zieht, ist nicht derWeltflucht das Wort geredet, sondern der Aufforderung, willens-stark mit einzustimmen in den brausenden Akkord des thätigenLebens und, soweit es in unserer Macht liegt, der Schmiedunseres Glückes zu sein. Wie aus dem Ton des Grundthemasvom Lebensunwerte die Obertöne des Willens zum Leben alsAntwort herausklingen, das muß man im Genuß der Lektüreselbst empfinden. Hier es entwickeln, hieße den feinsten Duft derStücke verwischen. Neue Badische Landeszeitung.
Sechs kleine Kabinettstücke psychologischer Feinmalerei. DerVerfasser wäre berechtigt gewesen, das Shakespearesche Wort:„Reif sein ist alles!" als Motto über sein Büchlein zu setzenWie viel gedrängte Lebensweisheit auf den nicht einmal 200kleinen Seiten! Besonders versteht es Thomas Mann, sich inschiffbrüchig gewordene, aber von Haus aus „feine" Naturenhineinzuversetzen. Auch die Rückwirkung eines körperlichen Defektsauf die Psyche des Mannes wird meisterhaft geschildert. DiesesProblem, kombiniert mit der Grausamkeit des schönen, verwöhntenWeibes, dem der Häßliche wenigstens als Opfer gerade gut genugist, bildet den Inhalt der ersten Novelle, nach der das Buch heißt.Neben ihr ist die Studie „der Bajazzo" die bedeutendste; nicht