Beide hatten dieSchulmappen über die Schulterngehängt, und beide waren sie gut und warm gekleidet;Hans in eine kurze Seemanns-Ueberjacke, überwelcher auf Schultern und Rücken der breite, blaueKragen seines Marine-Anzuges lag, und Tonio ineinen grauen Gurt-Paletot. Hans trug eine dänischeMatrosenmütze mit kurzen Bändern, unter der einSchopf seines bastblonden Haares hervorquoll. Erwar außerordentlich hübsch und wohlgestaltet, breitin den Schultern und schmal in den Hüften, mit frei-liegenden und scharf blickenden stahlblauen Augen.Aber unter Tonios runder Pelzmütze blickten auseinem brünetten und ganz südlich scharf geschnittenenGesicht dunkle und zart umschattete Augen mit zuschweren Lidern träumerisch und ein wenig zaghafthervor . .. Mund und Kinn waren ihm ungewöhn-lich weich gebildet. Er ging nachlässig und ungleich-mäßig, während Hansens schlanke Beine in denschwarzen Strümpfen so elastisch und taktfest einher-schritten . . .
Tonio sprach nicht. Er empfand Schmerz. In-dem er seine etwas schräg stehenden Brauen zu-sammenzog und die Lippen zum Pfeifen gerundethielt, blickte er seitwärts geneigten Kopfes ins Weite.Diese Haltung und Mene war ihm eigentümlich.
Plötzlich schob Hans seinen Arm unter denTonios und sah ihn dabei von der Seite an, denn erbegriff sehr Wohl, um was es sich handelte. Undobgleich Tonio auch bei den nächsten Schritten noch