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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
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an dem sein Blick eine Weile ernst, fest und dunkelhaftete. Dann legte er die Hände auf den Rückenund schritt über die Kieswege dahin. Er schritt intiefem Sinnen.

Noch waren die Beete mit Matten bedeckt, undBäume und Sträucher waren noch nackt; aber derSchnee war fort, und die Wege zeigten nur hier undda noch feuchte Spuren. Der weite Garten mit seinenGrotten, Laubengängen und kleinen Pavillons lagin prächtig farbiger Nachmittagsbeleuchtung, mitkräftigen Schatten und sattem, goldigem Licht, unddas dunkle Geäst der Bäume stand scharf und zart ge-gliedert gegen den Hellen Himmel.

Es war um die Stunde, da die Sonne Gestaltannimmt, da die formlose Lichtmasse zur sichtbar sin-kenden Scheibe wird, deren sattere, mildere Glut dasAuge duldet. Herr Spinell sah die Sonne nicht; seinWeg führte ihn so, daß sie ihm verdeckt und verborgenwar. Er ging gesenkten Hauptes und summte einStückchen Musik vor sich hin, ein kurzes Gebild, einebang und klagend aufwärtssteigende Figur, dasSehnsuchtsmotiv ... Plötzlich aber, mit einem Ruck,einem kurzen, krampfhaften Aufatmen, blieb er ge-fesselt stehen, und unter heftig zusammengezogenenBrauen starrten seine erweiterten Augen mit den:Ausdruck entsetzter Abwehr geradeaus ...

Der Weg wandte sich; er führte der sinkendenSonne entgegen. Durchzogen von zwei schmalen, er-leuchteten Wolkenftreifen mit vergoldeten Rändern,stand sie groß und schräge am Himmel, setzte die