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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
Seite
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„Guten Tag/' sagte Herr Klöterjahn. „Entschul-digen Sie, daß ich Sie in JhrenBeschäftigungen störe.Aber darf ich fragen, ob Sie dies geschrieben haben?"Damit hielt er den großen, reinlich beschriebenenBogen mit der linken Hand empor und schlug mitdem Rücken der Rechten darauf, sodaß es heftigknisterte. Hieraus schob er die Rechte in die Tascheseines weiten, bequemen Beinkleides, legte den Kopfaus die Seite und öffnete, wie manche Leute pflegen,den Mund zum Horchen.

Sonderbarerweise lächelte Herr Spinell; erlächelte zuvorkommend, ein wenig verwirrt und halbentschuldigend, führte die Hand zum Kopfe, als be-sänne er sich und sagte:

„Ah, richtig... ja... ich erlaubte mir..."

Die Sache war die, daß er sich heute gegebenhatte, wie er war, und bis gegen Mittag geschlafenhatte. Infolge hiervon litt er an schlimmem Ge-wissen und blödem Kopfe, fühlte er sich nervös undwenig widerstandsfähig. Hinzu kam, daß die Früh-lingsluft, die eingetreten war, ihn matt und zur Ver-zweiflung geneigt machte. Dies alles muß erwähntwerden als Erklärung dafür, daß er sich währenddieser Scene so äußerst albern benahm.

„So! Aha! Schön!" sagte Herr Klöterjahn, in-dem er das Kinn auf die Brust drückte, die Brauenemporzog, die Arme reckte und eine Menge ähnlicherAnstalten traf, nach Erledigung dieser Formfrageohne Erbarmen zur Sache zu kommen. Aus Freudean seiner Person ging er ein wenig zu weit in diesen