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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
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mehr fähig ist, gelangt dennoch nicht zum Frieden,sondern irrt, von einer blöden Unrast getrieben, seiteinem Jahre bereits am Arm ihrer Privatpflegerinstarr und stumm, ziellos und unheimlich durch dasganze Haus.

Dann und wann stirbt jemand von den„Schweren", die in ihren Zimmern liegen und nichtzu den Mahlzeiten noch im Konversationszimmer er-scheinen, und niemand, selbst der Zimmernachbarnicht, erfährt etwas davon. In stiller Nacht wird derwächserne Gast beiseite geschafft, und ungestörtnimmt das Treiben in „Einsried" seinen Fortgang,das Massieren, Elektrisieren und Injizieren, dasDouchen, Baden, Turnm, Schwitzen und Inhalierenin den verschiedenen mit allen Errungenschaften derNeuzeit ausgestatteten Räumlichkeiten...

Ja, es geht lebhaft zu Hierselbst. Das Institutsteht in Flor. Der Portier, am Eingänge des Seiten-flügels, rührt die große Glocke, wenn neue Gäste ein-treffen, und in aller Form geleitet Doktor Leander,zusammen mit Fräulein von Osterloh, die Abreisen-den zum Wagen. Was für Existenzen hat „Einfried"nicht schon beherbergt! Sogar ein Schriftsteller istda, ein excentrischer Mensch, der den Namen irgendeines Minerals oder Edelsteines führt und hier demHerrgott die Tage stiehlt. . .

Uebrigens ist, neben Herrn Doktor Leander, nochein zweiter Arzt vorhanden, für die leichten Fälleund die Hoffnungslosen. Aber er heißt Müller undist überhaupt nicht der Rede wert.