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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
Seite
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einem Ende der Anstalt zuin anderen eilt! Sieherrscht in Küche und Vorratskammer, sie klettert inden Wäscheschränken umher, sie kommandiert dieDienerschaft und bestellt unter den Gesichtspunktender Sparsamkeit, der Hygiene, des Wohlgeschmacksund der äußeren Anmut den Tisch des Hauses, siewirtschaftet mit einer rasenden Umsicht, und in ihrerextremen Tüchtigkeit liegt ein beständiger Vorwurffür die gesamte Männerwelt verborgen, von der nochniemand darauf verfallen ist, sie heimzuführen. Aufihren Wangen aber glüht in zwei runden, karmoisin-roten Flecken die unauslöschliche Hoffnung, dereinstFrau Doktor Leander zu werden...

Ozon und stille, stille Lust... für Lungenkrankeist „Einfried", was Doktor Leanders Neider undRivalen auch sagen mögen, aufs wärmste zu empfeh-len. Aber es halten sich nicht nur Phthisiker, eshalten sich Patienten aller Art, Herren, Damen undsogar Kinder hier auf: Doktor Leander hat auf denverschiedensten Gebieten Erfolge aufzuweisen. Esgiebt hier gastrisch Leidende, wie die MagistratsrätinSpatz, die überdies an den Ohren krankt, Herrschaftenmit Herzfehlern, Paralytiker, Rheumatiker und Ner-vöse in allen Zuständen. Ein diabetischer Generalverzehrt hier unter immerwährendem Murren seinePension. Mehrere Herren mit entfleischten Gesichternwerfen auf jene unbeherrschte Art ihre Beine, dienichts Gutes bedeutet. Eine fünfzigjährige Dame,die Pastorin Höhlenrauch, die neunzehn Kinder zurWelt gebracht hat und absolut keines Gedankens