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Tristan : 6 Novellen
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zu sehen vermochte, wie entzündet und jämmerlichumrändert seine Augen waren. Kurzum, es war einGesicht, dem man die lebhafteste Sympathie dauerndnicht versagen konnte.

Lobgott Piepsams Erscheinung war nicht freu-dig, sie paßte schlecht zu diesem lieblichen Vormittag,und auch für einen, der die Gräber seiner Liebenbesuchen will, war sie allzu trübselig. Wenn manaber in sein Inneres sah, so mußte man zugeben, daßausreichende Gründe dafür vorhanden waren. Erwar ein wenig gedrückt, wie?... es ist schwer, solustigen Leuten wie euch dergleichen begreiflich zumachen... ein wenig unglücklich, nicht wahr? einbißchen schlecht behandelt. Ach, die Wahrheit zureden, so war er dies nicht nur ein wenig, er war esin hohem Grade, es war ohne Uebertreibung elendmit ihm bestellt.

Erstens trank er. Nun, davon wird noch dieRede sein. Ferner war er verwitwet, verwaist undvon aller Welt verlassen; er hatte nicht eine liebendeSeele auf Erden. Seine Frau, eine geborene Leb-zelt, war ihm entrissen worden, als sie ihm vor Halb-jahrsfrist ein Kind geschenkt hatte; es war das dritteKind und es war tot gewesen. Auch die beidenanderen Kinder waren gestorben; das eine an derDiphtherie, das andere an nichts und wieder nichts,vielleicht an allgemeiner Unzulänglichkeit. Nicht ge-nug damit, hatte er bald darauf seine Erwerbsstellceingebüßt, war schimpflich aus Amt und Brot gejagtworden, und das hing mit jener Leidenschaft zusam-men, die stärker war als Piepsam.