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Tristan : 6 Novellen
Entstehung
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Er war schwarz gekleidet, denn er befand sichauf dem Wege zu den Gräbern seiner Lieben. Ertrug einen rauhen, geschweiften Cylinderhut, einenaltersblanken Gehrock, Beinkleider, die sowohl zu engals auch zu kurz waren, und schwarze, überall abge-schabte Glacehandschuhe. Sein Hals, ein langer,dürrer Hals mit großem Kehlkopfapfel, erhob sichaus einem Klappkragen, der ausfranste, ja, er waran den Kanten schon ein wenig aufgerauht, dieserKlappkragen. Wenn aber der Mann seinen Kopferhob, was er zuweilen that, um zu sehen, wie weiter noch vom Friedhof entfernt sei, so bekam manetwas zu sehen, ein seltenes Gesicht, ohne Frage einGesicht, das man nicht so schnell wieder vergaß.

Es war glatt rasiert und bleich. Zwischen denausgehöhlten Wangen aber trat eine vorn sich knol-lenartig verdickende Nase hervor, die in einer unmäßi-gen, unnatürlichen Röte glühte und zum Ueberflußvon einer Menge kleiner Auswüchse strotzte, unge-sunder Gewächse, die ihr ein unregelmäßiges undphantastisches Aussehen verliehen. Diese Nase, derentiefe Glut scharf gegen die matte Blässe der Gesichts-fläche abstach, hatte etwas Unwahrscheinliches undPittoreskes, sie sah aus wie angesetzt, wie eineFaschingsnase, wie ein melancholischer Spaß. Aberes war nicht an dem... Seinen Mund, einen brei-ten Mund mit gesenkten Winkeln, hielt der Mannfest geschlossen, und wenn er aufblickte, so zog er seineschwarzen, mit weißen Härchen durchsetzten Brauenhoch unter die Hutkrempe empor, daß man so recht