Palmenwipfel auf Catalina und den Ozean, all diese para-diesischen Bilder und Farben entzückten mich. Ich warglücklich, mich imNatürliehen bewährt, eine rigorose Prü-fung cum laude bestanden zu haben, glücklich, in den eige-nen Lebensrahmen wieder eingekehrt und mit meinenBüchern, allem gewohnten Bedarf eines tätig strebendenLebens wieder vereinigt zu sein; glücklich sogar über dieFreude des Pudels, der den bedenklichen Sinn unsererAbreise so wohl gespürt, mir so traurigen Blicks die Pfoteaufs Knie gelegt hatte, als ich im Schlafzimmer sitzend dieAmbulanz erwartete, und nun unser Wiederdasein mitTänzen und Rundgalopps feierte; glücklich vor allem indem längst gefaßten Beschluß, zu dem besonders Anto-nio Borgese nachdrücklich ermahnt hatte, nichts anderesvorerst meine Sache sein zu lassen, als die Beendigungdes Romans, der mir im wesentlichen unter Dach ge-bracht schien und dessen Ablauf mir klar vor Augen stand.Gewiß würde er Schwierigkeiten bieten bis zum letztenWort, große zum Teil, aber Schritt für Schritt würden siezu überwinden sein.
Gute Freunde sprachen vor und brachten gute Gaben:Dieterles, Neumanns, Helene Thimig, Fritzi Massary.Adorno schenkte Benjamins vorerwähntes Buch über dasdeutsche Trauerspiel, zu dessen interessantesten Hinwei-sen derjenige gehört auf den hie und da noch fühlbarenZusammenhang des Shakespeare-Dramas mit dem alle-gorischen Teufelsjokus des Mittelalters: ShakespearesErzschurken und Repräsentanten des Urbösen, dieRichard und Jago, wären danach in ihrer oft unzweideu-tigen und auch von großen Schauspielern immer heraus-gearbeiteten Komik großartige Relikte aus jener für ihren
164